Süderholz (dpa) l Nachdem ein Windrad in Mecklenburg-Vorpommern durchgebrochen und auf einen Acker gestürzt ist, suchen Experten nach der Unglücksursache. Techniker sicherten am Montag zerstörte Teile der Anlage auf dem Feld der Gemeinde Süderholz, wie Christian Herz, Geschäftsführer der Betreiberfirma Ökofair Energie GmbH (Mettmann) erklärte. Mehrere Gutachter sollen die Reste genauer unter die Lupe nehmen. „Das kann aber länger dauern“, sagte Herz. Der Park soll am Netz bleiben. „Wir haben keine Anhaltspunkte, dass das ein Serienfehler war.“

Die Polizei hatte am Sonntag festgestellt, dass ein etwa 70 Meter hoher Turm einer der 21 Windkraftanlagen abgebrochen war. Menschen wurden nicht verletzt. Am Unfallort lagen Rotor, Propeller- und Turmreste auf der Erde. Laut Polizei blieb ein Turmstumpf von 25 Metern stehen. Experten zufolge haben solche Windräder im Regelfall eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren.

Die zerstörte Windkraftanlage gehört zu einem Windpark aus dem Jahr 2000 mit einer Leistung von knapp 13 Megawatt. Damals waren etwa 17,5 Millionen Euro investiert worden. Ein ähnlicher Windpark wurde in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) errichtet.

Der Landkreis Vorpommern-Rügen, zuständig für die Bauaufsicht, lässt sich nach Angaben eines Sprechers sämtliche Wartungsprotokolle des Betreibers schicken. Sollten sich aus diesen Protokollen Wartungslücken ergeben, werde der Windpark gesperrt, sagte ein Kreissprecher.

Windkraftgegner zeigten sich nach dem Vorfall beunruhigt. „Dieser Unfall wirft die Frage auf, wie sicher die Windräder tatsächlich sind“, sagte der Vorsitzende der Partei „Freier Horizont“, Norbert Schumacher. Zum Glück habe niemand auf dem Acker gearbeitet. Wenn Anlagen mit bis zu 230 Meter Höhe aufgestellt werden, müsse die Sicherheit für die Menschen gewährleistet werden, möglicherweise durch Einzäunen, sagte Schumacher.

Wind war nicht Ursache für Unfall

Unfälle an Windkraftanlagen sind selten, passieren aber immer wieder. Im März 2013 war ein Windrad bei Grimmen in Mecklenburg-Vorpommern in Brand geraten. Da das Feuer in etwa 100 Meter Höhe ausbrach, blieb der Feuerwehr nichts anderes übrig, als zu warten.

Für den aktuellen Unfall könne nach ersten Untersuchungen nicht der Wind die Ursache sein, meinte Betreiber-Chef Herz. Starkwind habe es nicht gegeben. Nun müssten aber viele Messdaten der Windräder ausgewertet werden. Nach Angaben der Betreiber war bereits eine Planung für eine Erneuerung des Windparks bei Rakow/Grischow mit deutlich höheren Türmen vorgesehen.