Magdeburg l Bill Kaulitz war schon immer mehr, als nur ein singender Popstar. Der polarisierende Tokio-Hotel-Frontmann avancierte mit Make-up, Kajal und wilden Frisuren zumindest aus Sicht seiner Fans auch zur Stilikone. Und der Magdeburger lief bereits als Model über den Roten Teppich. 2009 posierte er gar für Chanel-Couturier Karl Lagerfeld – die Fotostrecke erschien in der 30. Jubiläumsausgabe der deutschen „Vogue“. Nun erscheinen in eben jener Modebibel Fotos von Kaulitz’ erster, selbst kreierter Kollektion.

Das Fashionlabel heißt „Magdeburg – Los Angeles“ – und trägt sozusagen die Namen der beiden Lebensmittelpunkte der Bandmitglieder von Tokio Hotel in die Welt hinaus. Die „Vogue“ promotet die Story auf ihrer Homepage so: Mit ihrer Modelinie „Magdeburg – Los Angeles“ schließen Tokio Hotel nicht nur Frieden mit der alten Heimat, sie liefern auch ein Beispiel dafür, wie die Grenzen von Mode und Merchandising immer mehr verschwimmen.“

Kaulitz zu Gast bei GNTM

Als Designer in Erscheinung trat Bill Kaulitz am Donnerstagabend. Er war Gast-Juror bei „Germany’s next Topmodel“ auf ProSieben. An der Seite von „Model-Mama“ Heidi Klum, die mit seinem Bruder Tom Kaulitz verlobt ist, entschied er als Juror nicht nur über das Schicksal der verbleibenden Topmodel-Anwärterinnen. Er vergab sogar einen echten Job. Denn während der Sendung castete der 29-Jährige ein „Gesicht“ für sein (noch) unbekanntes Fashionlabel. Am Ende machte GNTM-Mitfavoritin „Simi“ die beste Figur in den schwarz, weiß und neongelb gehaltenen Klamotten mit viel Glitzer. Die fanden alle Nachwuchs-Models natürlich „cool“.

„Peinlich“ dagegen fanden die Aktion einige Kritiker. Die „Bild“ witterte Schleichwerbung, weil das Ganze „zufällig“ mit dem Tourstart von Tokio Hotel zusammenfällt. Eine ProSieben-Sprecherin erklärte, Bill Kaulitz habe ein Model für sein Modelabel gesucht. „Dies unterscheidet sich in keiner Weise von den anderen Castings und Jobs, die wir im Rahmen von GNTM erzählen.“

Und was sagt Bill Kaulitz zu seiner Idee, unter die Designer zu gehen? „Fashion fand ich schon immer spannend. Ich habe Sachen auch nie von der Stange gekauft. Und wenn, habe ich sie umgeschneidert und selber gepimpt“, erklärte er dem Magazin„InStyle“. Ganz wichtig sei ihm gewesen, dass alles Unisex ist. Jedes Teil gebe es in den Größen von XS bis XL, „so dass alle alles tragen können“.

Tasche mit Magdeburg-Aufschrift

Die Story hinter dem Label-Namen wird einigen Magdeburgern vielleicht nicht ganz so gefallen: „Am Flughafen sah ich eine Frau, die eine Tasche hatte, da stand Magdeburg drauf. Ich fand das so geil asozial und so daneben. Dass die sich das traut, mit Magdeburg-Merchandise rumzulaufen. Das hat mich wahnsinnig inspiriert.“

Hier geht es zum Shop. Einige Bilder Kollektion gibt es hier zu sehen.