Berlin (dpa) l Schlechte Nachrichten für Feldhamster, gute Nachrichten für Bienen: Die aktuelle Eiseskälte wirkt sich auf die Tierwelt nach Angaben von Naturschützern sehr unterschiedlich aus. "Für Insekten wäre ein warmer Winter in der Tendenz das größere Desaster", sagte der Leiter Naturschutzpolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Magnus Wessel. "In warmen Wintern machen die Parasiten und Pilze, die die Tiere in der Winterruhe befallen, einfach weiter." Dies falle in kalten Wintern weg. Und im Zweifel säßen befruchtete Wespen- oder Bienenköniginnen an einer geschützten Stelle und hielten die Kälte gut aus.

Anders verhält es sich mit Mücken, wie Sebastian Kolberg vom Naturschutzbund (NABU) sagte. "Sollte das Wasser zufrieren, in dem die Larven liegen, schaffen sie es im Zweifel nicht mehr hinaus." Das komme aber darauf an, wie lange die Kälte anhält. Für Waldbesitzer hat Kolberg keine guten Nachrichten: Der Borkenkäfer etwa sei sehr resistent und verharre einfach in einer Froststarre. "Da kann der Winter noch so stark sein."

Und die restliche Tierwelt? "Je kleiner das Tier ist, desto schwerer fällt es ihm, Wärme in sich zu speichern", sagte Wessel. Zwar seien etwa kleine Säugetierarten auf harte Winter eingestellt und könnten auch größere Verluste evolutionär wegstecken. Doch bei bedrohten Arten wie etwa dem Feldhamster oder auch dem Eisvogel könnte eine große Zahl von Kältetoden durchaus zum Problem werden.

Weniger Probleme mit der Population dürften hingegen etwa Rehe haben, erklärte Wessel. Das liegt unter anderem daran, dass sie ihre Darmstruktur an die Jahreszeit anpassen und auch schlechter verdaubare Nahrung aufnehmen können, wie Kolberg sagte. Generell sei die Tierwelt auf kalte Winter vorbereitet. Manche setzten mehr Fett an, hielten Winterschlaf oder legten sich ein Winterfell zu. Wichtig sei aber, dass es genug Rückzugsräume gebe.