Leipzig (dpa) l Mit zahlreichen Veranstaltungen hat Leipzig am Dienstag an die Friedliche Demonstration gegen die DDR-Diktatur vor 29 Jahren erinnert. Mehr als 70 000 Menschen waren am 9. Oktober 1989 aus Protest über den Innenstadtring gezogen. Damit wurde der Weg zum Fall der Berliner Mauer und zur Einheit Deutschlands eingeleitet.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht Botschaften der Wendezeit wie den Ruf "Wir sind das Volk" durch populistische Strömungen diskreditiert. "Mit großem Mut und Zivilcourage haben die Menschen so den entscheidenden Impuls für den Zusammenbruch des DDR-Regimes gegeben. Heute müssen wir umso mehr denjenigen entschieden entgegentreten, die den Ruf von 1989 missbrauchen", sagte der Regierungschef zum Jahrestag der großen Montagsdemonstration.

Für den Abend war das traditionelle Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche geplant. Von dort gingen damals die großen Montagsdemonstrationen aus. Es sollte der Pfarrer und letzte DDR-Außenminister Markus Meckel predigen und die frühere Justizministerin Herta Däumler-Gmelin (SPD) die diesjährige Rede zur Demokratie in dem Gotteshaus halten.

Für den Abend waren außerdem anlässlich des Lichtfestes Bürger zu Musik und Diskussion auf dem Augustusplatz eingeladen, wo sich die Demonstranten 1989 versammelt hatten. Mit Kerzen sollten die Teilnehmer eine große "89" formen.

Unter dem Motto "Aufbruch im Osten" widmet sich seit Dienstag eine Ausstellung im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzigs dem Umbruch in der damaligen DDR. Bis zum 7. April 2019 dokumentieren rund 50 ausgewählte Aufnahmen des ehemaligen "Stern"-Fotografen Harald Schmitt Widerstandsmomente in der DDR und in den osteuropäischen Nachbarstaaten aus der Zeit von 1978 bis 1991.