Treuenbrietzen (dpa) l Aufgrund des Großbrandes etwa 50 Kilometer südlich von Berlin hatten am Donnerstagabend mehr als 500 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Die Dörfer Frohnsdorf, Klausdorf und Tiefenbrunnen wurden evakuiert. Es brannte eine Fläche so groß wie 400 Fußballfelder.

Rund 600 Einsatzkräfte haben den großen Waldbrand bei Treuenbrietzen am Freitagmorgen stark eingedämmt. "Weite Teile sind unter Kontrolle", sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Einsatzort der Deutschen Presse-Agentur. Wenn der Wind so bleibe, sehe er gute Chancen, dass das Feuer bald gelöscht werde und die in Sicherheit gebrachten Anwohner noch im Laufe des Tages in ihre Häuser zurückkehren könnten.

Wind macht große Sorgen

Derzeit gebe es aber noch mehrere größere Brandstellen. Die Bundeswehr und die Bundespolizei seien mit Hubschraubern im Einsatz. Zudem spritzten die Wasserwerfer der Polizei Wasser in den Wald bei Treuenbrietzen. Nach Einschätzung von Woidke wird der Einsatz noch längere Zeit dauern. "Es kann sich um Tage handeln". Bislang haben man alle Häuser schützen können. Allerdings: "Große Sorge macht der Wind."

Wegen des großen Waldbrandes in Brandenburg hat Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) die Unterstützung der Berliner Feuerwehr angeboten. "Die Brandenburger Feuerwehr arbeitet bei der Bekämpfung der schlimmen Waldbrände am Limit", sagte Geisel am Freitag. In einer solchen Situation sei es normal, den Kollegen solidarisch zur Seite zu stehen. "Unser Ziel muss sein, mit vereinten Kräften das Feuer schnell unter Kontrolle zu bekommen", so Geisel weiter.

Bei dem Waldbrand in Brandenburg ist es der Feuerwehr bis zum frühen Freitagmorgen gelungen, die drei evakuierten Dörfer vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen. Insgesamt brannte es aber weiter auf einer Fläche von rund 400 Hektar. Aufgrund von Munitionsresten im Boden können sich die Feuerwehrleute nicht gefahrlos frei bewegen. "Wir kommen stellenweise nicht ran, nur von befahrbaren und geräumten Wegen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Freitagmorgen. Wegen der Munitionsreste im Waldboden ist die Feuerwehr auf die Luftunterstützung angewiesen. "Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt und der Wind nicht wieder auffrischt", sagte Stein. "Wir warten sehnsüchtig auf Regen." Insgesamt seien rund 300 Kräfte von Feuerwehr und Polizei im Einsatz.

Erste Bewohner kehren zurück

Nach den verheerenden Waldbränden im Südwesten Brandenburgs können die ersten Bewohner in ihre Häuser zurück. Die Evakuierung von Frohnsdorf werde am Mittag aufgehoben, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei einem Besuch am Einsatzort. Über die Evakuierung der beiden anderen Orte werden am Nachmittag entschieden. "Hier muss ich die Menschen um Geduld bitten", sagte Woidke. Am Donnerstagabend hatten rund 500 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.

"Wir haben schon einige große Waldbrände in der Region gehabt. In dieser Dimension, wo es sich zwischen den Ortschaften bewegt, haben wir das noch nicht gehabt", sagte Michael Knappe, Bürgermeister der nahe gelegenen Kleinstadt Treuenbrietzen. 30 Menschen hätten in der dortigen Stadthalle eine Notunterkunft bezogen. Die meisten seien bei Freunden und Bekannten untergekommen.

Waldbrand ohne Folgen für Bahnverkehr

Der riesige Waldbrand südwestlich von Berlin hat auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Betroffen sei am Freitag die Strecke zwischen Wannsee und Jüterbog (Landkreis Teltow-Fläming), teilte die Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) auf ihrer Internetseite mit. Demnach enden die Regionalbahnen des privaten Eisenbahnunternehmens bereits in Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen. "Es bestehen ebenfalls erhebliche Straßensperrungen. Ein planmäßiger Schienenersatzverkehr ist dadurch nicht möglich", teilte das Unternehmen weiter mit.

Der Großbrand südlich von Berlin hat aber bislang keine Auswirkungen auf den Flugverkehr der Hauptstadt. "Die Flieger starten alle", sagte eine Flughafensprecherin am frühen Freitagmorgen.

Rauch wird aus Berlin abziehen

Ein Südwestwind hatte die Rauchschwaden in der Nacht in die Hauptstadt hineingetragen, erklärte der DWD. Allerdings dürfte der Wind im Laufe des Vormittags drehen und der Rauch werde wohl aus Berlin abziehen. Die Bewohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten, erklärte die Feuerwehr. Außerdem sollten Lüftungsanlagen kontrolliert werden. Am Donnerstagabend waren zunächst lediglich die südöstlichen Stadtteile betroffen gewesen. In Spitzenzeiten seien es bis zu 50 Notrufe gewesen, die hätten abgearbeitet werden müssen, hieß es.

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, die Region im Laufe des Freitags besuchen zu wollen. Dafür sagte Woidke einen Termin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Uckermark ab, sagte Regierungssprecher Florian Engels der Deutschen Presse-Agentur. Man könne derzeit überhaupt keine Prognosen abgeben, wann der rund 400 Hektar große Brand gelöscht sei. "Das ist unabsehbar. Das Feuer ist aus, wenn es aus ist."