Berlin (dpa) l Bei der langen intensiven Suche nach der Identität des unbekannten Joggers ist der Berliner Polizei letztlich das Glück zu Hilfe gekommen. "Wir haben sehr viele Hinweise bekommen, weniger gute und auch gute. Aber manchmal heißt es auch warten", sagte der Hauptkommissar in der Vermisstenstelle der Polizei, Uwe Dziuba, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. "Heute gegen 11.30 Uhr kam der entscheidende Hinweis. Wir waren gerade unterwegs, da meldete sich die Dienststelle. Fahrt doch mal in der Brandenburgischen Straße vorbei. Da hat gerade einer angerufen, der hat gestern auf der Internetseite einer Zeitung die Schlüssel gesehen."

Dziuba fuhr zu der Adresse, einem sechstöckigen Mietshaus aus den 1960er Jahren in Berlin-Wilmersdorf. "Dann bin ich adrenalinmäßig richtig hochgefahren, als sich der Schlüssel unten in der Haustür drehen ließ", beschrieb er den Moment der Entdeckung des Hauses. "Wir sind rein und haben uns erstmal die Briefkästen angeguckt. Drei waren voll und quollen wirklich über", berichtete Dziuba weiter. "Wir sind zur Dienststelle zurückgefahren und haben die Namen der Bewohner recherchiert. Einer passte vom Alter her und gehörte zu einem der vollen Briefkästen. Wir sind zurückgefahren und haben oben an der Wohnung aufgeschlossen. Im Flur haben wir den Ausweis und die Krankenkassenkarte gefunden und danach an den Betreuer abgegeben."

Auch der Anblick im Haus passte zum Fall. "In der Wohnung sah es aus wie im März. Da standen die Winterschuhe, da hing die Winterjacke", sagte Dziuba. Der nun identifizierte 74-jährige Mann habe offensichtlich ganz alleine in Berlin gelebt. "Wir haben Leute im Haus befragt, die kannten ihn aber auch nicht. Es ist wohl eher etwas anonym in dem Haus zugegangen."

Der Jogger war am 13. März im Park zusammengebrochen und durch den Sturz auf einen Stein ins Koma gefallen. Niemand hatte ihn als vermisst gemeldet.