Kairo (dpa/jb) l Vor Reportern in Ägypten erklärte die First Lady, dass sie eine wunderbare Reise nach Ghana, Malawi und Kenia gehabt habe. „Ich wünschte, die Menschen würden sich mehr darauf konzentrieren, was ich tue, und nicht darauf, was ich anziehe.“ Anschließend posierte sie vor den Pyramiden in einem Outfit, das stark an das der Schauspielerin Meryl Streep in „Jenseits von Afrika“ erinnerte.

Melania Trump reiste erstmals als First Lady ohne Begleitung des Präsidenten ins Ausland, sie besuchte Ghana, Malawi, Kenia und Ägypten. Die First Lady hatte bereits in der Vergangenheit mit Fehlgriffen bei der Wahl ihrer Kleidung Empörung ausgelöst. Etwa trug sie im Juni auf der Reise von und zu Flüchtlingskindern an der mexikanischen Grenze eine Jacke mit dem Schriftzug, „Es ist mir wirklich egal – und Euch?“ („I really don‘t care – Do u?“)

Während ihres Besuchs in Kenia machte Melania Trump unter anderem eine Safari-Tour im Nationalpark von Nairobi. Dabei trug sie eine beige Hose, Stiefel, eine weiße Bluse und einen weißen Tropenhelm. Damit tat sie sich keinen Gefallen, denn die außergewöhnliche Kopfbedeckung wurde in der Kolonialära von vielen Europäern in Afrika getragen und wird heute von etlichen Menschen als ein Symbol für die Unterdrückung gewertet und steht für eine veraltete Auffassung von Afrika.

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Die negativen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Auf Twitter schrieb laut „Gala“ unter anderem der Historiker und Professor für Afrikanistik an der St. Lawrence University, Matt Carotenuto: „Melania vervollständigt den stereotypischen Dreier - Elefanten, Waisen und sogar den Tropenhelm.“ Twitter-Nutzer Onye Nkuzi bezeichnete Melanias Kleiderwahl als „schrecklicher Fauxpas“ und forderte die Entlassung ihres Stylisten.

In Ghana trug die First Lady Schuhe mit einem Schlangenhaut-Muster. Ob es sich dabei um echte Schlangenhaut gehandelt hat, war unklar.

Zudem scherzte die First Lady der USA über den Umgang ihres Mannes mit den sozialen Netzwerken. Auf die Frage einer amerikanischen Journalistin, ob Melania ihrem Mann auch schon einmal gesagt habe, das Handy wegzulegen, antwortete sie mit einem kurzen „Ja“. Sie sei nicht immer damit einverstanden, was der US-Präsident auf Twitter schreibe. „Manchmal hört er mir zu, manchmal nicht“, sagte Melania Trump.

„Be Best“ – Engagement für Kind

Ihre Tour durch Afrika stand eigentlich im Zeichen ihrer im Mai gestarteten Initiative „Be Best“. Mit der Kampagne will sie die Lebensbedingungen von Kindern verbessern. Und so hat sich Melania Trump ihrer ersten Solo-Auslandsreise als US-First Lady der Bildung und Gesundheit von Kindern gewidmet. In Kenias Hauptstadt Nairobi besuchte sie unter anderem eine Unterkunft für junge Kenianer, die ihre Eltern verloren haben oder deren Mütter im Gefängnis sind, und tanzte mit einer Gruppe singender Kinder.

Die Reise wirkte dennoch insgesamt wie eine PR-Tour für die USA und ihren Ehemann Donald Trump. Das war womöglich auch ein Ziel: Denn Anfang des Jahres war der US-Präsident scharf in die Kritik geraten, als er einige afrikanische Länder als „Drecksloch-Länder“ bezeichnet haben soll. Die abfälligen Kommentare hatten auf dem Kontinent Empörung ausgelöst – die Afrikanische Union etwa forderte eine Entschuldigung.