Kampala l Am Donnerstag finden in Uganda Präsidentschaftswahlen statt. Nach 35 Jahren an der Macht will sich  Präsident Yoweri Museveni wiederwählen lassen. Dabei fürchtet er augenscheinlich, auf Gegenwind zu stoßen: Wie die „Deutsche Welle" berichtet, sind in dem ostafrikanischen Land kurz vor der Wahl mehrere soziale Netzwerke und Messengerdienste blockiert worden. Betroffen waren davon unter anderem Facebook, Twitter, Whatsapp, Signal und Viber.

In einem Schreiben, das mehreren Nachrichtenagenturen vorliegt, soll die Leiterin der Kommunikationsbehörde UCC, Irene Sewankambo, den Schritt angeordnet haben. Nach Berichten der „New York Times" soll Präsident Museveni Facebook in einer Fernsehansprache „Arroganz" vorgeworfen und so die Schließung der Plattform begründet haben. Facebook hatte die Unterdrückung regierungsfreundlicher Webseiten damit gerechtfertigt, dass diese vom Innenministerium betrieben und zum Zweck der Wahlmanipulation eingesetzt würden.

18 Millionen Bürger sind in Uganda am Donnerstag zur Wahl aufgerufen. Der amtierende Präsident Museveni ist seit 1986 in dem ostafrikanischen Land an der Macht. Vor allem bei jungen Menschen steht der 76-Jährige seit längerer Zeit in der Kritik. Immer wieder wurden in der Vergangenheit Korruptionsvorwürfe laut. Aussichtsreichster Gegenkandidat ist der 38-jährige Popsänger Bobi Wine.