Hannover (dpa) l Auch solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, sagte Staatsanwältin Wiebke Gratz am Freitag im Landgericht Hannover. Die Tat habe sich anhand der Beweise rekonstruieren lassen, auch wenn der 35-Jährige in der Verhandlung nicht gestanden habe.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist der Mann überführt, die junge Frau "planvoll und heimtückisch" getötet zu haben. Der 35-Jährige soll im Januar 2020 in die Wohnung der 23-Jährigen eingedrungen sein und sie mit einem Klappmesser erstochen haben.

Außerdem soll er ihr mehrmals ins Gesicht geschlagen und sie mit einem Elektroschocker und Pfefferspray gequält haben. Die beiden Deutschen hatten sich im Juli 2017 kennengelernt – das Opfer wollte aber einen rein freundschaftlichen Kontakt. Der 35-Jährige fühlte sich zurückgewiesen. Ab Dezember 2017 kam es zu Stalking-Angriffen, der Mann soll begonnen haben, die 23-Jährige in sozialen Netzwerken, aber auch telefonisch und persönlich zu belästigen und ihr nachzustellen. Eine Tag nach dem Verbrechen stellte sich der Mann in Dessau in Sachsen-Anhalt der Polizei und gestand. Im Prozess äußerte sich der Mann dagegen nicht zu der Tat.