Stuttgart (dpa) l Der Astronaut Thomas Reiter schwärmt rund 20 Jahre nach seiner Silvesterfeier auf der russischen Raumstation "Mir" (1995/96) immer noch vom Jahreswechsel im Weltall. "Das Leuchten, das man auf der Nachtseite von den Städten sieht, hat einen anderen Charakter, wenn es an einem solch speziellen Tag ist. Da schaut man mit anderen Augen auf die Welt", sagte der 59-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. Reiter ist der einzige der bisher elf deutschen Raumfahrer, der Silvester im Kosmos erlebt hat.

Das Feuerwerk sehe man zwar nicht aus dem All. "Aber es ist schon etwas Besonderes an einem solchen Tag, an dem man normalerweise auf der Erde ist und mit seinen Freunden feiert", sagte Reiter am Rande einer Raumfahrtkonferenz. Der gebürtige Hesse arbeitete außer auf der "Mir" auch auf der Internationalen Raumstation (ISS).

Weihnachten, das er damals ebenfalls auf der "Mir" verbrachte, sei emotional noch stärker gewesen. "Silvester ist eher eine Party. Man sagt: Schade, dass ich nicht dabei bin, aber ich habe hier oben ja einen tollen Überblick. Weihnachten ist dagegen etwas Bedächtiges", sagte Reiter. Er flog 2006 als erster Deutscher zur ISS.