Washington (dpa) l Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will einen Mini-Hubschrauber auf den Mars schicken. Das Luftfahrzeug wollen die Experten bei der Mars-2020-Mission auf dem Roten Planeten testen, teilte die Raumfahrtbehörde am Freitag (Ortszeit) auf ihrer Webseite mit. Sie erhofft sich damit eine Vogelperspektive auf den Mars.

Damit er mit der dünnen Atmosphäre des Planeten klarkommt, wiegt der Hubschrauber nur knapp 1,8 Kilogramm. Er hat einen Rumpf von der Größe eines Softballs, und seine Rotorblätter sollen sich mit 3000 Umdrehungen pro Minute rund zehnmal schneller drehen als bei einem Helikopter auf der Erde.

Nicht in Echtzeit gesteuert

Wegen der riesigen Distanz zwischen der Erde und dem Mars kann der Helikopter nicht in Echtzeit gesteuert werden. Stattdessen werde die Maschine über eine "autonome Fähigkeit" verfügen, Kommandos von der Erde zu empfangen und zu interpretieren. So werde er während der Mission dann selbsttätig fliegen.

Nach Angaben der Nasa ist das Projekt "risikoreich", verspricht aber auch "sehr lohnenswert" zu sein. "Wenn es nicht funktioniert, wird es der Mars-2020-Mission nicht schaden. Wenn es funktioniert, könnten Helikopter eine echte Zukunft als tieffliegende Aufklärer und Luftfahrzeuge haben, die Zugang zu Orten haben, die man auf dem Landweg nicht erreichen kann."

Die Mars-2020-Mission mit einem Rover soll im Juli 2020 von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida starten.