Los Angeles (dpa) l Ein bunter Superman in blauen Spandexhosen mit rotem Cape war 1938 der große Hit. Das spornte die Comicwelt an. Ein neuer Superheld sollte auf Supermans Erfolgswelle mitfliegen – die Idee für Batman war geboren. Morgen feiert der „Dunkle Ritter“ seinen 80. Geburtstag. In dem Heftchen „Detective Comics #27“ hatte der düstere Held am 30. März 1939 seinen ersten Auftritt.

Der Cartoon-Zeichner Bob Kane (1915-1998) hatte den Fledermaus-Mann im Auftrag von National Comics, später DC Comics, gemeinsam mit dem Autor Bill Finger geschaffen. Kane siedelte Batman (von engl. „bat“, Fledermaus) in der düsteren Metropole Gotham City an. Hinter der schwarzen Maske verbirgt sich der Multimillionär Bruce Wayne, der als Kind die Ermordung seiner Eltern mit ansehen musste und sein Leben deswegen der Bekämpfung des Verbrechens widmete.

Batman sollte Angst machen: Sein Kostüm war schwarz-grau, dazu ein Waffengürtel, Handschuhe und gezackte Flügel. Nach Kanes Angaben inspirierte ihn unter anderem die Zeichnung eines Flugapparats von Leonardo da Vinci, Elemente aus Filmen und Groschenromanen wie Zorro und Phantom flossen ein.

Im Laufe der Jahre bekam Batman Verstärkung, mit dem jungen Begleiter Robin, Batgirl und technisch modernsten Batmobilen. Natürlich wuchs auch die Zahl der Super-Schurken. Bruce Wayne musste sich mit Figuren wie dem Joker, Pinguin, Catwoman oder dem Riddler herumschlagen.

Als Kane im Jahr 2015 posthum mit einem Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“ geehrt wurde, war Regisseur Zack Snyder („Batman v Superman: Dawn of Justice“) unter den Gästen. Er habe der Welt ein „unglaubliches Geschenk“ hinterlassen, sagte Snyder. Mit Batman habe Kane eine Figur geschaffen, die viele Menschen in aller Welt berühre. Der Cartoon-Held sei ein normaler Mensch, ohne besondere Kräfte. Das mache ihn so beliebt.

Comics, TV-Serien, Filme, Spielzeuge und Computer-Spiele machten die Figur weltbekannt. Das Guinness Buch der Rekorde würdigte Batman als Comicbuch-Helden mit den meisten Spielfilmauftritten. Zwischen 1966 und 2012 wurde Batman in acht Live-Action-Verfilmungen von Schauspielern dargestellt. Stars wie Adam West, Michael Keaton, George Clooney und Ben Affleck trugen das schwarze Cape.

In Christopher Nolans Batman-Trilogie glänzte Christian Bale als Protagonist, in „The Dark Knight“ lieferte Heath Ledger mit gruseliger Clown-Grimasse als Joker eine legendäre Performance ab. Unter Tim Burtons Regie mit Keaton als „Batman“ war Jack Nicholson der teuflisch grinsende Bösewicht.

80 Jahre Batman sollen in den nächsten Monaten gebührend gefeiert werden. Zum Jubiläum bringt der Verlag DC Comics mit „Detective Comics #1000“ und „Detective Comics: 80 Years of Batman“ zwei Sonderausgaben heraus. Bis zum „Batman Day“ am 21. September sind unter dem Motto „Long Live the Bat“ (Lang lebe die Fledermaus) weltweit Veranstaltungen geplant. An dem Batman-Tag im Herbst soll unter anderem das leuchtende Bat-Signal in Form des Fledermaus-Symbols in vielen Städten erstrahlen.

Auch Nolans Trilogie kommt wieder zum Zug: Das Studio Warner Bros. bringt alle drei Filme in fünf US-Städten erneut auf die Leinwand. Zum Auftakt morgen ist der britische Regisseur in Los Angeles dabei. Und im Sommer 2021 soll der nächste „Batman“-Film unter der Regie von Matt Reeves in die Kinos kommen. Auch mit achtzig Jahren bleibt der Superheld Batman ewig jung.