Die Ehrenamtlichen der Essener Tafel haben die Reißleine gezogen. Wie übrigens andere Einrichtungen in der Vergangenheit auch. Selbst öffentliche Jugendzentren mussten schon bestimmte ausländische Gruppen ausschließen, damit sie für eine breite Jugendszene attraktiv blieben. Die beinahe hysterischen Reaktionen von Politikern und gut besoldeten Verbandsvertretern zeigen, wie weit diese „Interessenvertreter“ sich von der Basis entfernt haben. In den meisten Fällen wurde nicht einmal der Versuch gemacht, sich vor Ort bei den Betroffenen zu informieren.

Besonders traurig, dass selbst die Kanzlerin diesem oberflächlichen Kritik-Reflex nachgegeben hat. Angesichts des großen professionellen Empörungschors und des Drucks der feigen Nazi-Schmierer ist es erstaunlich, wie standhaft und redlich der Tafel-Chef Jörg Sartor Kurs hält. Schön, dass ein „runder Tisch“ jetzt helfen will. Aber die Tafel in Essen ist nicht die einzige Institution, die überfordert ist.