Rom (dpa) l Auf die Brenner-Autobahn in Südtirol rutschten Erdmassen. Nach dem Murenabgang wurde die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Österreich und Italien am Montag zeitweise gesperrt. In Venedig wurde ein Hochwasserrekord erwartet. In Rom stürzten Bäumen mitten im Zentrum um, Antennen flogen von den Dächern, Straßen wurden gesperrt. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt.

Die Schlechtwetterfront mit Starkregen und Sturmböen lähmte das Land von Nord bis Süd. Schulen und Kindergärten blieben in vielen Regionen geschlossen, darunter in Venetien mit Venedig, in Ligurien mit Genua, in ganz Rom und in Teilen der Toskana.

Zivilschutz ruft höchste Alarmstufe aus

In Südtirol rief der Zivilschutz die höchste Alarmstufe Rot aus, das bedeute, dass ein „Katastrophenfall“ möglich sei. „Der Boden kann nur mehr wenig Wasser aufnehmen“, erklärte die Feuerwehr. Damit steige die Gefahr für weitere Erdrutsche. Auch die Flüsse dürften weiter anschwellen.

Auf der Autobahn zwischen Brenner und Sterzing hatte schon am Sonntag ein Erdrutsch mehrere Autos erfasst, es gab aber keine Schwerverletzten. Der ADAC rief Autofahrer auf, die Gegend weiträumig umfahren. In der Region Venetien war die Lage kritisch. In Venedig wurde am Nachmittag ein Hochwasser von 150 Zentimetern erwartet, so viel wie seit zehn Jahren nicht mehr. Schon am Sonntag war der Markusplatz überflutet, die Menschen bewegten sich, wie in solchen Situationen üblich, auf Holzstegen fort. Im bekannten Skiort Cortina d‘Ampezzo in Venetien mussten Dutzende Menschen ihre Häuser räumen.

In Ligurien war ebenfalls höchster Unwetteralarm. Der Zivilschutz sprach von einer Sturmflut mit Wellen, die bis zu sieben Meter erreichen könnten, meldete die Nachrichtenagentur Ansa. In dem Ort Monterosso in der Touristengegend Cinque Terre mussten die Menschen Erdgeschosswohnungen verlassen.

Menschen müssen Wohnungen verlassen

Auch weiter im Süden blieben Schiffe im Hafen, so wurde zwischen Neapel und der Insel Ischia der Verkehr eingestellt. In Apulien meldete der Agrarverband Coldiretti entwurzelte Olivenbäume. In Alghero auf Sardinien sprachen Medien von Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle. Mindestens fünf Menschen waren am Sonntag bei den Unwettern ums Leben gekommen.

Am Dienstag sollte sich das Wetter ein wenig bessern, jedoch warnte der Wetterdienst 3B Meteo vor neuen Unwettern im Nordwesten. Nicht nur Italien, auch Kroatien war betroffen. Die Autobahnen rund um die Hafenstadt Rijeka wurden nach Medienberichten wegen Starkregens vorerst gesperrt. Wegen Sturms mit Orkanböen fielen zwischen Dubrovnik und Rijeka zahlreiche Fährverbindungen vom Festland zu den Inseln aus. Der Wetterdienst erließ am Montagmorgen für die gesamte kroatische Küstenregion höchste Warnstufe.