Offenbach (dpa) l Nach den zahlreichen Gewittern in der Westhälfte Deutschlands und der trockenen Hitze im Osten könnte der Donnerstag zumindest zeitweise etwas Entspannung bringen. Eine Kaltfront ziehe von Westen her über Deutschland und bringe eine spürbare Abkühlung in der westlichen Landeshälfte auf um die 20 Grad, sagte der Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Donnerstagmorgen. Gewitter seien dort dann zunächst nicht mehr zu erwarten.

Die würden dafür den östlichen Bundesländern bevorstehen – "da wird's noch mal heftig heute", sagte Bayer. Die Gewitter würden in der zweiten Tageshälfte aber auch größere Niederschläge bringen, etwa nach Brandenburg, wo bei Hitze und Trockenheit in den vergangenen Tagen mehrere Waldbrände ausgebrochen waren. Lokal könne es aber auch trocken bleiben und schon am Wochenende werde sich die Waldbrandgefahr ohnehin wieder erhöhen. Bis zu den Gewittern könnten zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen erneut bis zu 31 Grad erreicht werden, sagte Beyer.

Größte Brand in Brandenburg

In der Nacht zu Donnerstag hatte die Feuerwehr im Kampf gegen die Flammen einen Erfolg erzielt und einen bis zu 60 Hektar großen Waldbrand bei Hennickendorf gelöscht. Etwa 30 Kilometer entfernt brannten etwa 600 Hektar Wald – nach Einschätzung des Umweltministeriums in Potsdam war das der größte Waldbrand in Brandenburg seit der Wende. In der Nacht zu Donnerstag war der Brand zwar unter Kontrolle, konnte aber weiterhin nicht gelöscht werden, unter anderem weil im Brandgebiet, einem früheren Truppenübungsplatz, zahlreiche Munitionsreste vermutet wurden.

Über die Westhälfte war in der Nacht zu Donnerstag erneut ein großer Gewitterkomplex gezogen und hatte für Starkregen mit bis zu 28 Litern pro Stunde und Quadratmeter gesorgt. Auf seinem Weg von Frankreich über die Benelux-Staaten bis an die Deutsche Nordseeküste entlud das Gewitter seine Energie in mehr als 177 000 Blitzen. Die Bahn hatte am Abend vor Einschränkungen des Bahnverkehrs gewarnt. Neben kleineren Verzögerungen durch Blitzschlag seien die aber ausgeblieben, sagte ein Bahn-Sprecher am Donnerstagmorgen. Einzig im Saarland, zwischen Neunkirchen und Ottweiler sei am Morgen noch mit Verzögerungen im Regionalverkehr zu rechnen. Hier war ein Baum auf eine Oberleitung gestürzt.

Abkühlung schon am Donnerstag

Auch in den Nächten zuvor waren in Folge großer Temperaturunterschiede in Europa schon große Gewitter über den Westen und Südwesten gezogen. Damit sei dort nun erstmal Schluss, sagte DWD-Meteorologe Beyer. In der Nacht zu Freitag erwartete der Meteorologe dort zum ersten mal seit mehreren Nächten Temperaturen im einstelligen Bereich. "Da kann Westdeutschland nachts endlich mal wieder richtig durchlüften".