Berlin (dpa) l Im sächsischen Vogtland kämpfen viele Menschen mit den Folgen eines heftigen Unwetters. Am Donnerstag wurden dort Straßen überspült und Keller liefen voll. Mit 150 Litern Regen pro Quadratmeter binnen zwölf Stunden war die Kurstadt Bad Elster der Ort mit der größten Niederschlagsmenge. Das örtliche Gesundheitsamt warnte am Freitag vor Infektionsrisiken im Überschwemmungsgebiet. Den Gesamtschaden schätzte der örtliche Landrat auf eine zweistellige Millionensumme.

In Hessen erlebten die Menschen ein anderes Wetterextrem. Dort gab es in der Nähe von Gießen einen Wirbelsturm. „Das war zweifelsfrei ein Tornado“, sagte Experte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Nach Auswertung von Fotos, Videos und Augenzeugenberichten geht der DWD davon aus, dass es sich wohl um einen Tornado der Stärke F1 handelte. Der wäre immerhin so stark, dass er Bäume entwurzeln, Autos umwerfen und Dächer abdecken kann.

Im Tunnel Nebel

Ein ungewöhnliches Wetterphänomen versetzte zudem einen Lokführer in Nordrhein-Westfalen in Aufregung. Weil er Rauch in einem Tunnel bemerkt hatte, schlug er am Freitag Alarm. Der Grund für die fehlende Sicht stellte sich aber als ungefährlich heraus: Polizeiangaben zufolge hatte sich aufgrund der Wärme draußen und der feuchten Kälte im Tunnel Nebel gebildet.

Aufräumen müssen auch die Bewohner einer Gemeinde in Rheinland-Pfalz. Wegen eines Unwetters war dort am Donnerstag zum dritten Mal binnen weniger Wochen ein Hang ins Rutschen geraten. Straßen waren zum Teil schlecht befahrbar und mussten von Schlamm befreit werden.

In Tschechien traten nach starkem Regen ebenfalls einige Bäche über die Ufer, wie die Agentur CTK berichtete.

Kein direkter Zugverkehr

Starke Niederschläge haben zur gleichen Zeit in Belgien Straßen unter Wasser gesetzt. Es sei auch zu zwei Erdrutschen gekommen, berichtete der belgische Sender RTBF. Wegen der Unwetterschäden werde es in den kommenden eineinhalb Wochen keinen direkten Zugverkehr zwischen Löwen und dem Brüsseler Flughafen geben, berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Betreiber Infrabel.

Auf Temperaturen wie im Hochsommer können sich die Deutschen nun in den kommenden Tagen freuen. Schon am Samstag kann es nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bis zu 31 Grad warm werden, vom Niederrhein bis zu den Alpen sind am Sonntag allerdings auch kräftige Gewitter möglich. Zum Wochenstart liegen die Höchsttemperaturen bei 25 bis 32 Grad.

Die Waldbrandgefahr steigt indes in Bundesländern Nord- und Ostdeutschlands. In vielen Regionen Brandenburgs und Niedersachsens wurde durch die andauernde Trockenheit bereits die höchste Warnstufe erreicht. Die vierte Stufe riefen die Behörden für einige Regionen Mecklenburg-Vorpommerns aus.