München (dpa) l Blockierte Straßen, abgeschnittene Ortsteile und eine vielerorts immense Lawinengefahr: Riesige Schneemengen beherrschen das Leben in weiten Teilen Südbayerns und Österreichs. In den bayerischen Alpen haben die Behörden die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. In Österreich hat sich die Lawinengefahr weiter zugespitzt. Immer mehr Orte sind nicht mehr erreichbar – darunter auch der Ort Galtür in Tirol. In großen Teilen des österreichischen Bundeslandes Salzburg gilt die höchste Warnstufe, wie der Lawinenwarndienst des Landes mitteilte. Und es wird noch mehr Schnee erwartet: Bis mindestens Mitte nächster Woche wird es nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes vor allem im Alpenraum weiter schneien.

In Italien kündigte sich Schnee sogar bis tief in den Süden an. Der Zivilschutz warnte vor Schneefällen unter anderem in den Regionen Kalabrien, Sizilien, Abruzzen und Apulien. Im Norden des Landes dagegen gab es eine Warnung vor starkem Wind und in den Alpen vor Sturmböen.

350 Menschen sitzen fest

Bei Berchtesgaden saßen rund 350 Menschen fest und mussten per Lastwagen mit Lebensmitteln versorgt werden. Die einzige Straße zum Ortsteil Buchenhöhe in der Nähe des Obersalzbergs sei bis auf weiteres gesperrt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Am Vormittag sei damit begonnen worden, die Strecke zu räumen.

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Auch die Menschen in der oberbayerischen Gemeinde Jachenau bei Bad Tölz sind auf Lebensmittellieferungen angewiesen, weil die Zufahrtsstraße gesperrt ist. Bewohner und Rettungskräfte können das Dorf aber über eine kleine Forststraße erreichen.

Im Beisein seiner Schüler ist ein 62 Jahre alter Lehrer nach einem Skiunfall auf der Mariazeller Bürgeralpe in Österreich gestorben. Der Mann verlor aus bislang ungeklärter Ursache bei der Abfahrt einen Ski und stürzte links über den Pistenrand in einen steil abfallenden Wald. Dort blieb er im lockeren und metertiefen Schnee kopfüber stecken. Die nachkommenden neun Schüler konnten dem Mann aufgrund der Schneemassen nicht helfen. Einsatzkräfte der Bergrettung Mariazell konnten schließlich zu dem 62-Jährigen absteigen, stellten aber keine Lebenszeichen mehr fest.

Großes Glück

Sechs Schüler im Alter von 16 und 17 Jahren aus Deutschland waren am Mittwoch in Österreich von einer Lawine erfasst und zum Teil verschüttet worden. Sie überlebten alle den Vorfall nahezu unverletzt. Innerhalb kürzester Zeit gelang es nachfolgenden Skifahrern, alle Personen zu orten und zu bergen.

Die Gemeinde Galtür in Tirol, in der im Februar 1999 durch eine Lawinenkatastrophe 31 Menschen gestorben waren, hat nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA die Paznauntalstraße (B188) zwischen Mathon und Galtür wegen Lawinengefahr in beide Richtungen gesperrt.

Gebäude von Lawinen bedroht

In der Steiermark wird derweil beraten, in welchen Gebieten die Menschen ihre Häuser und Höfe verlassen müssen. Katastrophenschützer Eitner erklärte, dass in dem österreichischen Bundesland derzeit rund 280 Gebäude von möglichen Lawinen bedroht seien, weil sie in sogenannten Roten Zonen liegen. Damit sind Areale gemeint, die erfahrungsgemäß von Lawinen erreicht werden können.

Bis mindestens Mitte nächster Woche sei vor allem im Alpenraum weiter mit Schnee zu rechnen, sagte gestern der Leiter der Regionalen Wetterberatung München des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Guido Wolz. Am Sonnabend könnte sich die Lage dann etwas entspannen. In tieferen Lagen bleibe es dagegen bei nasskaltem Wetter.