Bremerhaven (dpa) l In Bremerhaven sind weitere Jugendliche nach der Nutzung von E-Zigaretten oder E-Shishas ärztlich behandelt worden. Die Ursache für die Probleme war am Montag noch unklar, doch die Behörden vermuten gefährliche Zusätze in den Flüssigkeiten, die in den Geräten verdampft werden. Vier bis sechs neue Fälle seien über das Wochenende bekanntgeworden, sagte Ronny Möckel, der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, am Montag der Deutschen Presse-Agentur.




In der vergangenen Woche waren bereits acht Jugendliche in Krankenhäusern behandelt worden. Sie litten unter Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen, Herzrasen, Schwindel oder psychischen Symptomen. Diese acht Patienten seien mittlerweile wieder entlassen worden, sagte Möckel. In die Untersuchungen sind auch Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Weil die Fälle nur in Bremerhaven auftreten, vermuten die Behörden eine gemeinsame Ursache. Man gehe davon aus, dass alle Betroffenen das gleiche konsumiert hätten, sagte ein Polizeisprecher.

Fast alle Betroffenen hätten E-Zigaretten oder E-Shishas genutzt, sagte Amtsarzt Möckel. Nur in einem Fall seien Beschwerden nach einem Joint aufgetreten. Was die Gesundheitsprobleme hervorgerufen hat, soll bis Mittwoch im Labor geklärt werden. Möckel sagte, die Jugendlichen könnten an sogenannte Liquids geraten sein, die mit verunreinigten oder synthetischen Cannabinoiden versetzt waren. Cannabinoide sind Stoffe aus der Cannabis-Pflanze oder solche, die ihnen ähneln. Es gebe keinen Zusammenhang mit Vorfällen in den USA, wo Menschen nach der Nutzung von E-Zigaretten gestorben seien, sagte Möckel. Es seien andere Symptome, in den USA gehe es um Lungenschäden. Die US-Behörden haben nach eigenen Angaben bis vergangene Woche 34 Todesfälle und mehr als 1600 Verletzte registriert.