Magdeburg l Kraftwerke, die Strom und Wärme gleichzeitig produzieren, sollen künftig stärker gefördert werden. Nach dem Bundestag billigte am Freitag in Berlin auch der Bundesrat ein entsprechendes Gesetz. Für die Förderung sogenannter Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) stehen ab Januar jährlich rund 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Damit hat der Bund die Förderhilfen für die als besonders effizient und klimafreundlich geltenden Anlagen verdoppelt.

Mehrkosten trägt Stromkunde

Die Mehrkosten werden auch auf den Stromkunden umgelegt. Für einen Haushalt mit durchschnittlichem Stromverbrauch sollen die Kosten von neun auf 19 Euro jährlich steigen.

Mit dem neuen Gesetz schraubt die Bundesregierung auch das Ausbauziel für die KWK-Anlagen herunter. Ursprünglich sollte bis 2020 der KWK-Anteil an der deutschen Netto-Stromerzeugung 25 Prozent betragen. Künftig wird das KWK-Ziel über die tatsächliche produzierte Strommenge definiert. Ziel ist eine Strommenge aus KWK-Anlagen im Jahr 2020 von 110 Terrawattstunden, 2025 liegt der Zielwert bei 120 Terrawattstunden. Umgerechnet bedeutet das einen KWK-Anteil von etwa 18,5 Prozent an der Netto-Stromerzeugung. Dieses Ausbauziel wird voraussichtlich schneller erreicht werden. Sachsen-Anhalt hatte im Bundesrat zusammen mit anderen Ländern für den Erhalt des ursprünglichen Ausbauziels plädiert.

Industrielle KWK wird nicht gefördert

Die Förderung gilt vor allem für Anlagen kommunaler Unternehmen, etwa Stadtwerke, die ihre erzeugte Energie in das öffentliche Netz einspeisen. KWK-Anlagen, in denen die Industrie für den eigenen Bedarf Strom und Wärme erzeugt, sind künftig von der Förderung ausgenommen. Ausnahmen gibt es allerdings für besonders energieintensive Unternehmen.

Der Magdeburger Energiedienstleister Getec befürchtet, dass sich KWK-Anlagen für die Industrie künftig nicht mehr rechnen. „Die Änderungen bei der Förderung industrieller KWK sind kein großer Wurf. Für einen großen Teil industrieller KWK-Anlagen bleibt die Kappung der Förderung bestehen“, sagte Volker Schulz, Vorstandssprecher der Getec-Konzernteils Heat & Power.