Weitere Trends

FARBE AM BAUM: Baumarkt-Angestellte Sylvia Altmann verkauft immer mehr weiße und schwarze Plastikbäume. „Am besten mit pinken Kugeln oder blauem Lametta“, sagt sie. Bis jetzt ist in Deutschland erst jeder fünfte Baum aus Plastik. Wer einen wiederverwendbaren Baum kauft, um die eigene Umweltbilanz aufzubessern, hat sich aber verrechnet. Erst nach 20 Weihnachtsfesten ist die Anschaffung eines falschen Baumes klimafreundlicher, als sich jedes Jahr eine echte Tanne zu kaufen. Das errechneten Biologen an der amerikanischen Saint Joseph’s Universität. Günstiger ist die Plastiktanne aber: Einen 1,80 Meter hohen Baum gibt es schon ab 30 Euro.

ADVENTSKALENDER: Es gibt sie mit Schmuck, Marmelade, Müsli und sogar Ostprodukten. Fans der Drei Fragezeichen können in 24 Tagen ein Krimirätsel lösen. Das Erotik-Versandhaus Amorelie bringt seit einigen Jahren einen Kalender mit Erotikspielzeugen heraus. Die österreicher Firma Kalea setzt auf Craftbiere hinter den 24 Türchen. Erotik- und Bierkalender waren vorzeitig vergriffen. Genau wie der Sprüchekalender mit dem Namen „Mir doch egal, wie alt ich bin. Ich will einen Adventskalender.“ Zu Weihnachten darf jeder nochmal Kind sein.

ERZGEBIRGSKUNST: Räuchermännchen und Erzgebirgskunst sind zu Weihnachten wieder ein Dauertrend. Auch im Ausland ist die Erzgebirgskunst beliebt. Seit 2013 steigt der Absatz der Schnitzereien wieder, sagte der Verband der Erzgebirger Kunsthandwerker der Bild-Zeitung. Nach Aussage des Verbands geht der Trend zu großen Holzfiguren. Doch es gibt auch Innovationen. Den traditionsreichen Erzgebirgsschmuck gibt es mit LED-Beleuchtung oder sogar mit Licht- statt Schwibbogen. Per Handysteuerung wechselt der Bogen seine Farbe.

AUSSENSCHMUCK: „Die Deutschen schmücken den Außenbereich in den letzten Jahren mehr“, sagte Katrin Westermeyr, Pressesprecherin der Frankfurter Messe Christmasworld. Der Handel produziert als Aufsteller für den Garten nicht nur die traditionellen Schneemänner und Rentiere, sondern inzwischen auch Pinguine und Eisbären. „Trotzdem schmücken die Deutschen aber noch dezenter als zum Beispiel Amerikaner“, sagte Westermeyr.Ein weiterer Verkaufsschlager sind Lichtregen, die wie kleine Fransenvorhänge an die Dachrinne gehängt werden.

Magdeburg l Im Lichterkettenregal des Baumarkts Hornbach in Magdeburg stapeln sich fast nur noch LED-Produkte. Pro Kettenmeter bezahlt der Kunde zwischen zwei und drei Euro. „Die LED-Produkte sind günstiger und damit auch beliebter geworden,“ sagt Verkäuferin Sylvia Altmann.

Das Weihnachtsgeschäft ist damit Vorreiter, denn nur knapp zehn Prozent aller Leuchtmittel in deutschen Haushalten sind laut Verbraucherzentrale LED-Produkte. Die Kunden gucken vor allem auf die Energie-Ersparnis. So wie Manfred Schleif, der seinen Lichterbogen mit LED-Glühbirnen aufrüsten will. „Hauptsache, das Ding leuchtet“, sagt Schleif. „Aber da er den ganzen Tag brennt, spart man mit LED Strom.“ Grell oder gar ungemütlich findet er LED-Licht nicht. Die energiesparenden Weihnachtsleuchten werden in der Lichtfarbe warmweiß produziert und verströmen ein gelbliches Licht. Trotzdem verbrauchen sie nur einen Bruchteil der Energie herkömmlicher Lampen.

Keine störenden Kabel

Beliebt sind dieses Jahr auch LED-Christbaum- kerzen, sagte Verkäuferin Altmann. Die Kerzen werden mit Batterien bestückt und per Fernbedienung an- und ausgeschaltet. Störende Kabel fallen weg. Weil die LEDs wenig Energie verbrauchen, halten die Batterien die Weihnachtssaison durch. Das Zehnerset mit Fernbedienung gibt es im Baumarkt schon ab 28 Euro. In Ostdeutschland schmücken weniger als 10 Prozent der Menschen ihren Baum mit echten Kerzen, fand das Marktforschungsinstitut Forsa heraus. Der Vormarsch von LED kann auch Wohnungsbrände zur Weihnachtszeit verhindern. Die steigen jedes Jahr im Dezember um 40 Prozent, so der Verband der deutschen Versicherer.

Auf Steckdosen verzichten auch batteriebetriebene LED-Außenketten. Dank eines Timers leuchten sie jeden Abend sechs Stunden. Mit vier Doppel-A-Batterien halten sie so 30 Tage lang. Eine Marktneuheit sind dieses Jahr batteriebetriebene LED-Scheiben für den Weihnachtsbaum. Die Batterie versteckt sich im Aufhänger, die Scheibe ist Schmuck und Beleuchtung zugleich. Im europäischen Vergleich geben Deutsche überdurchschnittlich viel Geld für Weihnachtsdeko aus, so das Britische Institut für Einzelhandelsforschung.

Beim Geschenkkauf bleiben die Deutschen traditionell. Bücher bleiben das beliebteste Geschenk. Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut GFK verschenken 37 Prozent Lesestoff. 33 Prozent der Deutschen wollen Spielsachen verschenken, 31 Prozent wählen Bekleidung als Geschenk. An vierter Stelle stehen wie im Vorjahr Gutscheine.