Magdeburg l In Sachsen-Anhalt ist das Wohnen in den Städten attraktiv wie nie – das Leben auf dem Land ist günstig wie nie. Das ist ein Ergebnis des gestern vorgestellten Immobilienpreisspiegels 2019/2020 des Immobilienverbands Deutschland (IVD). „Die prosperierenden Großstädte in Sachsen-Anhalt entwickeln sich erfreulich“, sagt der Regionalvorsitzende des IVD Mitte-Ost, Robert Vesely. Ein Trend: Magdeburg und Halle verdichten sich immer mehr. „Lücken werden mit attraktiver Bebauung gefüllt“, sagt Vesely. Gegenüber dem Bundesschnitt sind die Preissteigerungen bei Mieten und die Kaufpreise moderat.

Spitzenmieten ziehen an

Allerdings haben die Nettomieten für Neubauwohnungen gerade im oberen Preissegment in Magdeburg und Halle schon in der Vergangenheit kräftig angezogen. Die durchschnittliche Spitzenmiete für ein Objekt in Toplage in Magdeburg ist seit 2013 von 12,50 Euro pro Quadratmeter auf aktuell 14 Euro geklettert. Spitzenmieten werden hier vor allem im neugebauten Domquartier und im Elbbahnhof erzielt, sagt Thomas Leitel, Leiter der Magdeburger Repräsentanz des IVD Mitte-Ost. Ins Auge fallen außerdem die Preisanstiege bei Baugrundstücken. „Die Baupreise entwickeln sich immens“, analysiert Leitel.

Fällig werden etwa beim Bau eines freistehenden Ein- oder Zweifamilienhauses (600 bis 800 Quadratmeter) in sehr guter Wohnlage in Magdeburg 300 Euro pro Quadratmeter. Vor fünf Jahren waren es noch 190 Euro. Ein Anstieg von 36 Prozent. In guter Wohnlage ein ähnliches Bild: Hier sind die Preise seit 2013 von 104 Euro je Quadratmeter auf 180 Euro gestiegen. Zuwächse gibt es auch bei Reihenhäusern. Grund für die Preissteigerungen beim Eigenheim: Die hohe Nachfrage und die Entwicklung der Baupreise.

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Weiter Zuzug nach Magdeburg

Generell entwickele sich insbesondere der Magdeburger Markt hervorragend, sagt Leitel. Die Verdichtung müsse allerdings mit Maß fortgeführt werden, um die Vorzüge, etwa den hohen städtischen Grünanteil, zu erhalten. Der Experte geht davon aus, dass der Zuzug anhalten werde. Mehr und mehr Ältere dürfte es aufgrund der besseren Infrastruktur – etwa medizinische Versorgung oder altersgerechtes Wohnen – in die Landeshauptstadt ziehen.

An Attraktivität zulegen werden auch die Mittelzentren, etwa Stendal, Schönebeck oder Halberstadt, sagt der IVD-Regionalvorsitzende Robert Vesely voraus. Gerade in ländlichen Regionen komme es wiederum vermehrt darauf an, Standortfaktoren – etwa Verkehr und digitale Infrastruktur – zu entwickeln. Ein Problem sieht Vesely in der andauernden Reglementierung der Branche. Aktuelle politische Diskussionen – etwa um Grundsteuerreform und Mietrechtsnovelle – könnten Preise weiter steigen lassen.

Der IVD veröffentlicht einmal im Jahr den Immobilienpreisspiegel. Darin präsentiert er eine Preissammlung von real erzielten Kauf- und Mietpreisen in allen Segmenten.

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