Halle l Die Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt haben nach Angaben des Statistischen Landesamtes im vergangenen Jahr den größten Lohnzuwachs seit 20 Jahren erlebt. Im Schnitt verdienten sie 4,8 Prozent mehr Geld und kamen damit auf einen Jahresbruttoverdienst von 26 783 Euro.

Als Hauptursache für den starken Zuwachs führen die Statistiker die Einführung des Mindestlohns an. Jahrelang verdienten Tausende Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt und in den anderen Ostbundesländern deutlich weniger als 8,50 Euro die Stunde. Die Einführung der Lohnuntergrenze brachte für sie nun erhebliche Lohnzuwächse.

Bundesweit haben die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr bescheidenere Lohnerhöhungen erhalten, im Schnitt verdienten sie 2,9 Prozent mehr Geld. Insbesondere in den Westbundesländern machte sich die Mindestlohn-Einführung nicht so bemerkbar, weil das Lohnniveau dort schon vor Einführung der Lohnuntergrenze deutlich höher war.

Trotz der starken Zuwächse bleibt das Lohngefälle zwischen Ost und West weiter bestehen. Im Schnitt verdienten die Arbeitnehmer im Westen 5742 Euro mehr pro Jahr als ihre Kollegen in Sachsen-Anhalt. Und trotz der Mindestlohn-Einführung bleiben auch weiterhin viele Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt auf staatliche Unterstützung angewiesen. Bei mehr als 50 000 Berufstätigen reichte zuletzt auch der Mindestlohn nicht aus, um über die Runden zu kommen.