Berlin/Frankfurt (dpa) l Die leidgeplagten Passagiere an deutschen Flughäfen müssen sich laut dem Airport-Verband ADV weiter auf Probleme einstellen. „Es wird auch im Herbst noch Verspätungen und Ausfälle geben“, sagte Verbandschef Stefan Schulte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). Er rechnet zwar mit schnelleren Sicherheitskontrollen, sieht aber Engpässe vor allem bei Fluglotsen. Zumindest die Spätfolgen der Air-Berlin-Pleite sollten sich 2019 legen.

„Wir sind auf dem richtigen Weg, aber es sind längst noch nicht alle Probleme gelöst“, erklärte Schulte, der auch Chef der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport ist. Der Manager sieht die größten Probleme beim Mangel an Fluglotsen und im engen Luftraum: „Es müssen deutlich mehr Fluglotsen eingestellt und in die Ausbildung gebracht werden.“ Zudem würden zusätzliche Flugkorridore „neben, über oder unter den bestehenden“ benötigt.

Im Sommer gab es immer wieder lange Warteschlangen, Verspätungen und Streichungen an deutschen Flughäfen. In Frankfurt und München kam es zu Sicherheitspannen, die die Airports zwischenzeitlich lahmlegten. Zudem trafen Pilotenstreiks bei Ryanair im August Zehntausende Passagiere, und die Insolvenz von Air Berlin im vergangenen Jahr wirbelte immer noch einige Flugpläne durcheinander.

Die Vereinigung ausländischer Airlines (BARIG) fordert daher eine Deckelung der Flüge an manchen Airports, bis die Probleme behoben sind. Der ADV lehnt das ab. Auf einem Luftfahrt-Gipfel in Hamburg Anfang Oktober wollen Vertreter nach Lösungen suchen.