Magdeburg l Allein im letzten Jahr hatte FAM Verluste im zweistelligen Millionenbereich eingefahren. Vor allem der Druck von den Banken war deshalb groß: FAM musste reagieren. Seit einem Jahr wird die FAM Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH saniert und modernisiert. „Unsere Maßnahmen erzielen bereits Wirkung“, sagt Britta Hübner.

Sanierungsexpertin in der Geschäftsführung

Die 47-Jährige ist seit dem vergangenen Jahr Geschäftsführerin der FAM und soll das Traditionsunternehmen vor der Pleite bewahren. „Wir sind auf einem sehr guten Weg und können bereits jetzt sagen, dass der Standort Magdeburg erhalten bleibt.“ Hübner gilt bundesweit als renommierte Sanierungsexpertin und hatte unter anderem den maroden Maschinebauer Elumatec (Baden-Württemberg) vor der Zerschlagung gerettet.

In Magdeburg baut Hübner unter anderem das Auslandsgeschäft massiv aus, setzt auf mehr kaufmännische Expertise und Effizienz. „Natürlich sind viele Mitarbeiter verunsichert und sorgen sich, dass die Maschinen stillstehen. „Diese Gefahr besteht aktuell aber nicht mehr.“

Das war nicht immer so. Offenbar waren die Zahlen eine Zeit lang so schlecht, dass sogar eine Insolvenz nicht ausgeschlossen werden konnte. 2018 befand sich FAM tief in den roten Zahlen. Bei einem Umsatz von 170 Millionen Euro lag der Verlust im zweistelligen Millionenbereich. In diesem Jahr lag der Umsatz zwar höher, das Ergebnis war aber immer noch tiefrot.

Die Prognose allerdings ist wieder besser: „Wir rechnen damit, dass wir im Jahr 2020 in die Gewinnzone zurückkehren“, so Hübner. Bereits jetzt würden die Auftragseingänge deutlich über Plan liegen.

Um effizienter zu werden, investiert FAM auch in neue Technik und Maschinen mehr als fünf Millionen Euro. „Es gab einen Investitionsstau, der aufgelöst werden musste“, so Hübner.

Weltweit beschäftigt FAM rund 1500 Mitarbeiter, etwa die Hälfte in Magdeburg. Weil die Geschäfte schlecht liefen und die Rohstoffpreise hoch waren, musste das Unternehmen 2017 jedoch Mitarbeiter entlassen. Davon ist laut Britta Hübner aktuell keine Rede. Zur FAM-Gruppe mit dem Stammsitz in Magdeburg gehören weltweit zwölf Beteiligungsfirmen. Das Unternehmen konstruiert und fertigt Anlagen für die Gewinnung und Förderung von Mineralien und Rohstoffen.

Erst im November hatte FAM einen der letzten Großaufträge der deutschen Braunkohleindustrie erhalten. Aufraggeber ist die Lausitzer Energie AG. „Natürlich sind solche Aufträge in Deutschland wichtig für uns, den größten Umsatz erzielen wir aber im Ausland“, so Britta Hübner.