Berlin/Magdeburg (dpa) l In Sachsen-Anhalt sind im Jahresvergleich deutlich weniger Menschen auf Grundsicherung angewiesen, ihr Anteil ist aber so hoch wie in keinem anderen Flächenland. Von den knapp 97.000 arbeitslosen Männern und Frauen bekamen voriges Jahr 72,2 Prozent Hartz IV. Etwas mehr als jeder Vierte (27,8 Prozent) bezog hingegen das anteilig am letzten Lohn errechnete Arbeitslosengeld I aus der Arbeitslosenversicherung. Nur in den Stadtstaaten Berlin (74,6 Prozent) und Bremen (78,1 Prozent) war der Anteil an Hartz-IV-Empfängern noch höher.

Das geht aus einer Übersicht der Bundesagentur für Arbeit hervor, auf welche die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann aufmerksam machte. Dabei ging die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in Sachsen-Anhalt laut Statistik zwischen 2016 und 2017 stark zurück.

Bei allgemein positiver Entwicklung waren zuletzt im Jahresschnitt in Sachsen-Anhalt noch etwas mehr als 70.000 Arbeitslose auf die Grundsicherung angewiesen. Das waren 13.800 weniger als noch 2016. Ihr Anteil fiel um 3,8 Punkte auf 72,2 Prozent.

Trotz des starken Rückgangs waren damit weiterhin überdurchschnittlich viele arbeitslose Sachsen-Anhalter auf Hartz IV angewiesen. Im Osten lag der Schnitt bei 70,6; im Bundesschnitt bei 66,2 Prozent. Den niedrigsten Anteil an Arbeitslosen in der Grundsicherung hat Bayern (47,7 Prozent), gefolgt von Baden-Württemberg (54,8 Prozent).