Halle/Magdeburg (dpa) l Immer mehr Sachsen-Anhalter arbeiten in Teilzeit. Ihre Zahl stieg binnen vier Jahren um fast 16 Prozent, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit in Halle mitteilte. Im Juni 2013 gab es demnach rund 200.500 Teilzeitbeschäftigte im Land, im Juni 2017 dann schon knapp 232.000. Das habe 29 Prozent aller Beschäftigten entsprochen. Unterdessen sei die Zahl der Vollzeitbeschäftigten in den vier betrachteten Jahren um 0,9 Prozent gesunken von rund 565.500 auf etwa 560.600. Insgesamt legte die Zahl der Beschäftigten laut der Regionaldirektion um rund drei Prozent zu.

Schwerpunkte für die Teilzeitarbeit seien vor allem der Dienstleistungssektor mit dem Gesundheitswesen, der Erziehung und der Gastronomie. Teilzeit bedeute nicht immer halbtags oder 20 Stunden, sie richte sich oft nach den Wünschen der Beschäftigten. Studien zeigen laut der Regionaldirektion aber auch, dass etwa jeder dritte Teilzeitbeschäftigte in Sachsen-Anhalt gern mehr arbeiten würde. „Ungewollte Teilzeit bedeutet auch immer ein Risiko für Betroffene etwa wegen geringerer Rentenansprüche“, erklärte der Chef der Behörde, Kay Senius.

Aber nicht nur die Teilzeitarbeit nimmt zu in Sachsen-Anhalt, es gibt auch immer mehr Leiharbeiter. Im Juni 2013 seien es noch knapp 23.000 Frauen und Männer gewesen, im Juni 2017 dann schon fast 26.300. Das entspreche einem Plus von mehr als 14 Prozent.

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Der Anteil der Leiharbeiter ist laut den Arbeitsmarktexperten mit 3,3 Prozent an der Gesamtzahl der Beschäftigten aber immer noch vergleichsweise gering. Mit Leiharbeit gleichen Betriebe Auftragsspitzen und Personalausfall aus. „Die Arbeitsverhältnisse sind aber selten von Dauer und tragen nur bedingt zur Stabilisierung von Erwerbsbiografien bei“, erklärte Senius. Unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten sollte Leiharbeit weiter die Ausnahme sein.

Rückläufig ist unterdessen die Zahl der Minijobber. Im Juni 2014 seien es noch 92.100 gewesen, im Juni 2017 dann nur noch rund 81.400 – das entspreche einem Minus von 11,6 Prozent. Der Rückgang sei besonders spürbar gewesen in der Zeit der Einführung des flächendeckenden allgemeinen Mindestlohnes 2015. Arbeitgeber hätten Minijobs oft in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt.