Halle (dpa) l Unternehmen in Sachsen-Anhalt setzen laut Arbeitsmarktexperten mehr Leiharbeiter ein. Im Schnitt waren 2017 im Land rund 26.830 Menschen über Zeitarbeit beschäftigt. Das waren 720 Männer und Frauen mehr als 2016 mit rund 26.140 Leiharbeitern. Deren Anteil an allen Beschäftigten lag im Dezember 2017 in Sachsen-Anhalt bei 2,9 Prozent und damit leicht über der bundesweiten Quote von 2,8 Prozent, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit in Halle mitteilte. Besonders die Lager-, Logistik- und Metallbranche setzte Leiharbeiter ein.

Der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius betonte, Zeitarbeit dürfe nicht dazu führen, dass Stammbelegschaften durch Leiharbeiter ersetzt werden. "Das ist gerade in Zeiten, in denen Fachkräfte knapp sind und die Unternehmen darum bemüht sein müssen, ihre Leute zu halten, kontraproduktiv", warnte er. Leiharbeit sei zwar "keine breite Brücke, aber ein schmaler Steg in den Arbeitsmarkt".

Leiharbeiter verdienen im Schnitt 1672 Euro

Nach Angaben von Senius sind die Beschäftigungsverhältnisse eher kurzfristig – wenn viele Aufträge abzuarbeiten sind. "Man ist schnell drin, aber auch schnell wieder draußen. Zudem sind die Verdienste häufig niedriger", sagte Senius. Der Mittelwert des Bruttomonatsarbeitsentgelts von Leiharbeitern lag im Dezember 2017 in Sachsen-Anhalt bei 1672 Euro, bei Vollzeitbeschäftigten insgesamt bei 2494 Euro.

Insgesamt sei die Leiharbeit ein sehr heterogenes Feld. So gebe es auch Unternehmen, die hoch qualifiziertes Personal wie Ärzte oder Ingenieure als Leiharbeiter einsetzten. Insbesondere im Lager- und Logistikbereich oder in der Automobilindustrie gebe es Zeitarbeiter eher regelmäßig. Mehr als 28 Prozent der Leiharbeiter in Sachsen-Anhalt arbeiteten den Angaben zufolge im Dezember 2017 im Bereich Verkehr und Logistik, 19 Prozent im Metallbau.