Halle (dpa) l Das Frühjahr sorgt für Bewegung am Arbeitsmarkt: In Sachsen-Anhalt ist die Arbeitslosigkeit im März gesunken. Rund 86.000 Menschen waren ohne Job, 3800 weniger als im Februar und 9200 weniger als vor einem Jahr, wie die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Halle mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging binnen Monatsfrist um 0,3 Prozentpunkte auf 7,6 Prozent zurück (März 2018: 8,3 Prozent). "Arbeitgeber stellen verstärkt ein", sagte Regionaldirektions-Chef Kay Senius.

Insbesondere bei Berufen in der Landwirtschaft und auf dem Bau gehe die Arbeitslosigkeit zurück, hieß es. Nach der Winterpause wird zum Beispiel im Freien auf Feldern gearbeitet. Rund 20.700 freie Stellen haben die Arbeitsagenturen und Jobcenter in Sachsen-Anhalt derzeit im Bestand. Rund 793.500 Menschen sind in Sachsen-Anhalt sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Stand: Januar 2019). Rund ein Drittel aller Arbeitslosen im Land – rund 29.400 Menschen – sind länger als ein Jahr auf Jobsuche.

Die schwächer werdende Konjunktur wirke sich derzeit noch nicht auf den Arbeitsmarkt aus, sagte Senius. Es gebe aber frühe Indikatoren, wie der Rückgang der Zeitarbeit, dass sich die positive Entwicklung der vergangenen Jahre nicht in dem Umfang wie bisher fortsetzen könnte, erklärte er. Die Nachfrage nach Beschäftigten ist indes auch vor dem Hintergrund des Fachkräftebedarfs weiter groß.

Arbeitgeber meldeten im März in Sachsen-Anhalt 5700 freie Stellen. Das waren 100 weniger als im Februar, aber 500 mehr als vor einem Jahr. Gesucht werden im Land derzeit vor allem Mitarbeiter in der Produktion und Fertigung, im Gesundheits- und Sozialwesen, in der Logistik-, Verkehrs- und Sicherheitsbranche sowie im Reinigungsgewerbe.

Auch bundesweit ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken – auf rund 2,3 Millionen, den zugleich niedrigsten Wert zum Frühlingsbeginn seit März 1991, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Es gab jetzt 72.000 Jobsucher weniger als im Februar und 157.000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank von 5,3 Prozent im Februar um 0,2 Punkte auf 5,1 Prozent (März 2018: 5,5 Prozent). Die höchste Arbeitslosigkeit hatte im März Bremen mit 9,8 Prozent, die niedrigste Bayern mit 3,0 Prozent.