Berlin (dpa) l Zur "Woche der beruflichen Bildung" hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Unternehmen aufgefordert, für mehr Ausbildungsplätze zu sorgen. "Die Ausbildungschancen der jungen Generation hängen stark von Wohnort, Schulabschluss und Pass ab", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Vor allem Migranten und Hauptschüler fielen zu oft aus dem System. "Mehr als zwei Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren sind ohne Ausbildung." Langzeitarbeitslosigkeit oder prekäre Beschäftigung seien vorgezeichnet. "Wollen wir den sozialen Zusammenhalt sichern, muss in Zukunft jeder Jugendliche die Chance auf einen Ausbildungsplatz bekommen", so Hannack.

Woche der beruflichen Bildung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender wollen die berufliche Bildung in Deutschland mit einer Reise durch sechs Bundesländer aufwerten. Am Montag (16. April) startet die "Woche der beruflichen Bildung" unter der Schirmherrschaft des Staatsoberhaupts und der "First Lady".

An diesem Mittwoch (18. April) will das Bundeskabinett zudem den neuen Berufsbildungsbericht verabschieden. Laut einem Entwurf für den Bericht bieten etwas weniger kleine Betriebe einen Platz an. Die Quote der Betriebe mit Azubis rutschte auf unter ein Fünftel. Allerdings stieg die Zahl der Ausbildungsplatzangebote vergangenes Jahr um 8500 auf 572.200 Stellen. Bis Ende September 2017 wurden 523.300 Verträge neu abgeschlossen – 3000 mehr als im Vorjahr. Aber auch die Zahl unbesetzter Stellen stieg, auf knapp 49.000 – die der unversorgten Bewerber auf 24.000.

Jeder vierte Azubi wirft Ausbildung hin

Mehr als jeder vierte Auszubildende bricht laut dem Entwurf zudem seine Lehre vorzeitig ab. Die Abbrecherquote betrug zuletzt 25,8 Prozent. Viele Vertragsauflösungen gehen allerdings mit einem Wechsel des Ausbildungsbetriebes oder des Ausbildungsberufs einher.

Hannack mahnte: "Wenn Betriebe über unbesetzte Ausbildungsplätze klagen, aber immer mehr Jugendliche den Sprung in Ausbildung nicht schaffen, nehmen gesellschaftliche Spannungen zu." Dass jeder Jugendliche einen Platz bekommen kann, sollte das gemeinsame Ziel aller Partner in der Berufsbildung sein. Das duale Berufsbildungssystem lebe vom Engagement der Gewerkschaften, der Arbeitgeber und der Regierungen in Bund und Ländern.