Cochstedt l Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat 2019 den Standort Coch-stedt übernommen. DLR will dort das Nationale Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme – kurz Drohnen – aufbauen. Geplant ist der Bau eines Helmholtz-Institutes. Damit verbunden ist die Wiederinbetriebnahme des Flughafens. Das kündigte der kommissarische Leiter Jean Daniel Sülberg an. Sülberg präsentierte die Pläne jetzt bei einem Vortrag über „Trends und Lösungen in der Fahrzeug- und Verkehrstechnik“ beim Verein Deutscher Ingenieure in Magdeburg.

Der Airport soll am 1. Mai 2021 zunächst erst einmal „auf kleiner Flamme“ wieder ans Netz gehen, sagte Sülberg. Dort sollen dann anfangs kleine Flugzeuge starten und landen können und spätere dann größere Maschinen. Sülberg schloss nicht aus, dass sich dort auch private Fluggesellschaften engagieren können. Als Beispiel wurden Trainingsflüge der Piloten genannt, für die der Flughafen schon früher genutzt wurde. Das DLR plant am Standort Cochstedt Investitionen von insgesamt zehn Millionen Euro, sagte Sülberg.

Neuer Hangar geplant

Davon sollen noch in diesem Jahr rund sechs Millionen Euro eingesetzt werden. Das Geld soll für den Aufbau des geplanten Institutes einschließlich des Mobiliars sowie für die Herrichtung des Towers und für die Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen verwandt werden, sagte der kommissarische Leiter.

Allein die Wiederinbetriebnahme des Flughafens werde rund zwei Millionen Euro kosten. Geplant sei auch ein neuer Hangar.

Auf die anvisierten neuen Arbeitsplätze angesprochen, sagte Sülberg: „Ingesamt reden wir von einem Personalbedarf von ungefähr 30 Leuten. Wenn wir jetzt anfangen Drittmittel zu akquirieren, wachsen wir auf. Das ist aber verhältnismäßig unplanbar.“

Wenn sich jetzt Forschung in Form von neuen Professuren ansiedeln sollte, gebe es einen weiteren Personalaufwuchs. „Der ist aber aktuell unklar, weil dafür eine Zusatzfinanzierung notwendig ist.“ Wie Sülberg sagte, biete sich der Standort Cochstedt mit seiner kompletten und gut erhaltenen Infrastruktur mit einer großen Landebahn, seiner großen Flugzone von 10 mal 3,7 Kilometern in einem dünn besiedelten Gebiet für den Test von Drohnen geradezu an. „In der Kombination haben wir dort ein unglaublich breites Portfolio an Testszenarien auf einem Flughafen, die wir abdecken können“, schwärmte der Standortleiter.