Havanna (dpa) l Außerdem sollen ab Montag in 72 Geschäften Lebensmittel und Hygieneprodukte per Karte in der Währung der USA bezahlt werden können, wie Kubas Wirtschaftsminister Alejandro Gil am Donnerstag (Ortszeit) im Staatsfernsehen erklärte. Die Maßnahme werde Kubanern in und außerhalb des Karibiklandes zugute kommen.

Dessen sozialistische Regierung hatte im Jahr 2004 die Abgabe mit der Begründung eingeführt, das Embargo der USA erschwere Kuba den Gebrauch von Dollar auf dem internationalen Markt. Seit 1994 hat der Inselstaat ein System der Doppelwährung. Neben der offiziellen Landeswährung Peso (CUP) gilt im Zahlungsverkehr der Peso Cubano Convertible (CUC). Der CUC-Wert entspricht dem des US-Dollar, der Umtauschkurs zum CUP liegt bei 1 zu 25. Während der CUP von Kubanern im stark subventionierten Staatssektor verwendet wird, zahlen ausländische Touristen in CUC.

Angesichts der schweren Wirtschaftskrise im verbündeten Venezuela fehlten Kuba bereits vor der Corona-Pandemie zunehmend Devisen. Im vergangenen Jahr wurde bereits der Verkauf von Autos und Elektrogeräten in Dollar erlaubt. "Wir müssen Waren in frei konvertibler Währung verkaufen, um Geld zu haben und damit in die nationale Industrie zu investieren", sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel am Donnerstag in einer Sondersitzung des Ministerrates.