Berlin (dpa) l Die Bundesregierung verlängert nach eigenen Angaben die Zahlung der sogenannten Corona-Prämien für Betriebe, die trotz Schwierigkeiten in der Pandemie weiter ausbilden, und weitet diese zudem aus. Durch Änderungen des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern", die an diesem Freitag in Kraft treten, würden die Fördervoraussetzungen für die Prämien deutlich erleichtert, hieß es am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung von Bundesarbeits- und Bundesbildungsministerium.

Mit dem Programm wurden bisher kleine und mittlere Unternehmen unterstützt, die in der ersten Jahreshälfte wegen Corona in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, aber trotzdem ihre Ausbildungsplätze beibehalten haben. Für neu abgeschlossene Ausbildungsverträge gibt es eine Prämie von 2000 Euro, wer sogar Ausbildungsplätze aufstockt oder Azubis von insolventen Unternehmen übernimmt kann 3000 Euro bekommen. Zudem springt der Staat mit Zuschüssen bei der Zahlung der Ausbildungsvergütung ein, wenn Firmen ihre Auszubildenden und Ausbilder auch bei hohem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit schicken.

Die zum Teil bis Jahresende befristeten Regeln werden nun bis Mitte 2021 verlängert. Außerdem wird der Zugang zu der Unterstützung erleichtert. Betriebe haben nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nun auch Anspruch darauf, wenn sie erst im Herbst deutliche Umsatzeinbrüche hatten. Bisher galt das nur für Firmen mit Einbrüchen während der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Zudem sollen die Azubi-Übernahmeprämien künftig unabhängig von der Betriebsgröße gezahlt werden. Bisher war das auf kleine und mittlere Unternehmen beschränkt.