Magdeburg l Ein einfacher Bankkunde zu sein, ist schon lange nicht mehr vergnügungssteuerpflichtig: Kaum bis gar keine Zinsen auf das Girokonto, drohende Negativzinsen und Gebühren für unterschiedliche Dienstleistungen. Zuletzt ließen sich einige Volksbanken und Sparkassen sogar das Geldabheben am Automaten bezahlen.

Die Verbraucherschützer haben jetzt die Geduld verloren und planen, gegen drei Banken vor Gericht zu ziehen. Die Institute hätten zuvor ihre Kunden nicht ausreichend über die Preisänderung informiert, heißt es. Vor dem Landgericht Halle laufe bereits ein Verfahren gegen eine Berliner Genossenschaftsbank. Recherchen des Finanzportals Biallo hatten ergeben, dass etwa 40 Sparkassen und ungefähr 150 Volksbanken von einem Teil ihrer Kunden – abhängig vom Kontomodell – Gebühren für das Abheben von Bargeld verlangen.

Die Kunden sind erzürnt. Vom eigenen Konto Geld abheben und dafür bezahlen – das halten viele für absurd. Dem Ansehen der Volksbanken und Sparkassen hat die Debatte bereits geschadet. Privatbanken hatten danach genüsslich betont, dass an ihren Automaten Geldabheben weiterhin kostenlos sein werde. Ökonomisch spielten die Erträge aus den Gebühren ohnehin keine Rolle, erläuterte Unternehmensberater Peter Barkow vor einigen Tagen in der „Süddeutschen Zeitung“.

Neue Abhebesysteme?

Erste Institute haben die Gebühren nun wieder abgeschafft. Allerdings gab bislang nur eine Bank offen zu, dass der Schritt eine direkte Reaktion auf die Kritik ist.

Für die Geldinstitute ist die Niedrigzinsphase weiterhin schmerzlich. Es ist nicht auszuschließen, dass die Banken weiter an der Gebührenschraube drehen. Denkbar ist auch, das Automatennetz auszudünnen. Ein neuer Geldautomat kostet nach Expertenschätzung rund 22.000 Euro, der Betrieb jedes Jahr rund 10.000 Euro. Für die Institute wird es deswegen immer wichtiger, neue Abhebesysteme zu etablieren – etwa an der Kasse im Supermarkt.