Magdeburg l „Es ist noch schlimmer gekommen, als wir es befürchtet haben“, sagte die Ministerin nach der Kabinettssitzung am Dienstag zu den vorläufigen Ernte-Ergebnissen im Land. „Es sieht insgesamt desaströs aus.“

Sachsen-Anhalt gehört bundesweit zu den landwirtschaftlich am schwersten betroffenen Ländern. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der landwirtschaftlichen Flächen wiesen Schäden auf, die deutlich mehr als 30 Prozent unter dem Schnitt der zurückliegenden fünf Jahre lägen, sagte die Grünen-Politikerin.

Entscheidungen Mitte September

Sachsen-Anhalts Ministerriege stufte am Dienstag die Dürre als Naturkatastrophe ein. Damit ist der Weg frei für staatliche Nothilfen. Wie das Verfahren genau aussieht und wer seinen Schaden geltend machen kann, soll laut Dalbert Mitte September feststehen. Bis dahin verhandelt das Land mit dem Bund die Details der Unterstützung.

Dalbert sprach sich dafür aus, Abschlagszahlungen noch in diesem Herbst für existenzbedrohte Betriebe zu ermöglichen.

Klöckner kündigt Hilfsprogramm an

Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte vorige Woche ein Hilfsprogramm angekündigt. Angesichts von Ernteschäden „nationalen Ausmaßes“ wolle der Bund bis zu 170 Millionen Euro geben. Die Kenia-Koalition in Sachsen-Anhalt hat sich darauf verständigt, ein Hilfsprogramm von mindestens 15 Millionen Euro aufzulegen. Dazu kommt noch einmal dieselbe Summe vom Bund, insgesamt also 30 Millionen Euro.

Landwirte sollen bis zu 50 Prozent ihrer Verluste erstattet bekommen. Sachsen-Anhalt hatte Dürreschäden in Höhe von insgesamt 237 Millionen Euro an den Bund gemeldet. Dalbert geht jedoch davon aus, dass die Hilfsgelder in Höhe von 30 Millionen Euro zunächst ausreichen werden.