Leipzig (dpa) l An Warnstreiks im Einzel- und Versandhandel haben sich in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nach Gewerkschaftsangaben mehr als 800 Beschäftigte beteiligt. Die größte Kundgebung gab es am Freitag laut Verdi-Streikleiter Thomas Schneider in Leipzig, wo rund 500 Teilnehmer gezählt wurden. Für Erfurt berichtete Bettina Penz vom Fachbereich Handel von mehr als 100, für Dresden Gewerkschaftssekretärin Heike Flaxa von 160 Teilnehmern. In Magdeburg beteiligten sich gut 70 Beschäftigte an der Aktion.

Verdi fordert für die rund 260.000 Beschäftigten der Branche in den drei Ländern Einkommenszuwächse von 6 Prozent ab diesem Juni. Mitglieder der Gewerkschaft sollen zusätzlich 300 Euro pro Jahr bekommen. Die Gewerkschaft beklagt, dass die Arbeitgeber in der jüngsten Verhandlungsrunde lediglich 1,5 Prozent mehr Lohn ab August und in einem zweiten Schritt nochmals 1 Prozent ab Juni 2018 angeboten hätten. Dies sei nicht verhandlungsfähig. "Das Arbeitgeberangebot würde zu einer Reallohnsenkung führen, da machen wir nicht mit", sagte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago.

Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbands Sachsen, Eberhard Lucas, reagierte gelassen auf den Streik. "Zu keinem Zeitpunkt hat es Einschränkungen für die Kunden des Handels gegeben", sagte er. Er rechnete nicht damit, dass die Arbeitgeber sich durch die Aktionen dazu veranlasst sehen könnten, ihr Angebot nachzubessern. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 3. Juli angekündigt. Sie werde voraussichtlich in Weimar erfolgen, so Lucas.