Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte zur Eile gemahnt. „Wenn Sie eine Prämie wollen, kaufen Sie schnell“, sagte der Bundesfinanzminister, kurz bevor Anfang Juli der Startschuss für die Elektroauto-Kaufprämie fiel. Doch nach zwei Monaten Umweltbonus ist klar: Auch der 4000-Euro-Zuschuss bringt die Menschen nicht dazu, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Bis Anfang September gingen beim zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gerade einmal 3027 Anträge ein. Zum Vergleich: Als die Bundesregierung 2009 die Abwrackprämie für Altautos einführte, lagen beim Bafa binnen weniger Tage 150 000 Anträge auf dem Tisch.

Mit der Elektroauto-Kaufprämie wollte die Regierung den Absatz der Stromer kräftig ankurbeln. Die Fördersumme von 1,2 Milliarden Euro, die sich Bund und Autohersteller teilen, reicht, um mindestens 300 000 E-Autos zu bezuschussen. Theoretisch. Doch der Plan droht zu scheitern, auch weil die Politik noch immer nicht das Kernproblem erkannt hat: Die Elektromobilität leidet in Deutschland nicht an der Nachfrage, sondern an der nicht wettbewerbsfähigen Technologie.

Viel Nachholbedarf

Viele Privatpersonen schrecken vor dem Kauf eines Stromers zurück. Denn nach etwa 200 Kilometern Fahrt müssen die meisten Fahrzeuge wieder zurück an die Steckdose. Wer eine Garage hat, kann dort Strom ziehen. Doch vielen Stadtbewohnern fehlt diese Möglichkeit. Sie müssen auf öffentliche Ladesäulen zurückgreifen, von denen es zu wenige gibt. Ebenfalls noch schlecht ausgebaut ist das Netz an Schnellladestationen, an denen der Akku innerhalb von 30 Minuten fast komplett wieder aufgeladen werden kann. Bislang krankt der Ausbau der Stromtankstellen auch an fehlenden Geschäftsmodellen.

Dabei hätte Deutschland die Chance, als Vorreiter Technologien für die gesamte Welt zu bestimmen. Auch die Autobauer haben das inzwischen erkannt und investieren in die Entwicklung neuer, leistungsstärkerer Batterietechnik. Noch ist es nicht zu spät.