Berlin/Heidelberg (dpa) l Deutsche Verbraucher müssen einer Auswertung des Vergleichportals Verivox zufolge im weltweiten Vergleich für Strom tief in die Tasche greifen. Wie aus dem Vergleich hervorgeht, liegt Deutschland bei den kaufkraftbereinigten Strompreisen auf dem 16. Platz. In keinem anderen G20-Staat ist demnach Strom teurer.

Allein Portugal ist auf Rang 13 das einzige europäisches Land, in dem die Preise für Elektrizität noch höher sind als in Deutschland. Zunächst hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Freitag (18. September) über die Analyse berichtet. An der Spitze liegen Ruanda, Nicaragua und Burkina Faso.

Höherer Anteil des Einkommens

Deutsche Stromverbraucher müssen der Auswertung zufolge einen höheren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für Elektrizität ausgeben als Kunden in anderen wohlhabenden europäischen Ländern. Demnach müssen in Deutschland für den Jahresverbrauch eines Ein-Personen-Haushalts mit 1500 Kilowattstunden rund 1,2 Prozent der durchschnittlichen Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung aufgewendet werden. In Norwegen etwa sind es nur 0,2 Prozent.

Ohne Kaufkraftbereinigung liegt der durchschnittliche Strompreis je Kilowattstunde in Deutschland demnach bei rund 32,10 Eurocent – das ist der höchste Preis unter den ausgewerteten Ländern.

Für den Vergleich von 135 Ländern nutzte Verivox Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices. Die durchschnittlichen Strompreise wurden auf Basis von Tarifen ausgewählter Stromanbieter und mithilfe staatlicher Behörden berechnet.