Magdeburg l Kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen-Anhalt können Fördermittel des Programms „Sachsen-Anhalt Digital“ beantragen, um digitale Produkte und Geschäftsmodelle umzusetzen. Zu diesem Zweck stellt das Wirtschaftsministerium ab sofort, mit Unterstützung von EU-Mitteln, 14 Millionen Euro bereit.

„Das ist eine ganze Menge Geld, das wir einstellen wollen. Wir möchten damit intensiv digitale Innovationen in Sachsen-Anhalt und aus Sachsen-Anhalt generieren“, sagt Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann.

Das Förderprogramm besteht aus zwei Bausteinen. Unter dem Thema „Digital Creativity“ werden Unternehmen bei der Entwicklung von interaktiven Inhalten, Apps, Websites und Crossmedialen Projekten bezuschusst. Die Fördergelder decken bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten bzw. maximal 130 000 Euro.

Mit der zweiten Richtlinie „Digital Innovation“ wird die firmeninterne Digitalisierung unterstützt, beispielsweise Produktionsprozesse und Geschäftsabläufe. Maximal 70 Prozent der Kosten, bzw. 70.000 Euro, können so bezuschusst werden.

Möglichkeiten werden unterschätzt

Insgesamt sollen mit dem Förderprogramm 150 Projekte bis 2021 finanziert und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Land gestärkt werden. „Mit digitalen Lösungen können neue Geschäftsmodelle entwickelt, Prozesse effizienter gestaltet und die Kundenzufriedenheit erhöht werden“, erläuterte Armin Willingmann.

Seiner Beobachtung nach wird von vielen Unternehmen unterschätzt, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet und inwieweit man sich mit durch Digitalisierung entwickelten Produkten auf dem Markt platzieren kann. „Das liegt zum großen Teil sicherlich daran, dass gerade kleinere und kleinste Unternehmen, wie wir sie in Sachsen-Anhalt haben, nicht die nötige Zeit haben, um sich mit Digitalisierung und mit Digitalisierungsprojekten zu beschäftigen.“ Daher sei es wichtig, diesen unterstützend zur Seite zu stehen.

Abgewickelt wird das Förderprogramm über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Sie ist die Anlaufstelle für Unternehmen, die sich zu den Möglichkeiten der Bezuschussung beraten lassen wollen.

Besonders wichtig ist Marc Melzer, Geschäftsleiter der Investitionsbank, die Richtlinie „Digital Creativity“: „Das Thema richtet sich hauptsächlich an Unternehmen der Medien- und Kreativwirtschaft. Und das ist ein Thema, wo man sagen kann, das hilft uns als Land richtig weiter“, betonte er.

Land hat viel zu bieten

Das Land hätte viel im Hinblick auf virtuelle Welten und interaktive Darstellungen zu bieten, vor allem im Kulturbereich. Als Beispiel nannte Melzer das Projekt „Gartenträume 360 Grad“, einer Idee des touristisch-denkmalpflegerischen Netzwerks „Historische Parks in Sachsen-Anhalt“.

40 Parkanlagen wurden als 360-Grad-Panorama erfasst und mit Musik unterlegt. Die Präsentation erfolgte im Internet und mittels einer Virtual-Reality-Brille. Verpackt in einem Outdoor-Fernglas, war diese bereits Teil der Landesgartenschau in Burg. „Wir wollten ein sinnliches und emotionales Erlebnis schaffen“, sagte Felicitas Remmert von dem Netzwerk.

Das Gartenträume-Projekt ist eines von insgesamt 38 Vorhaben, die seit April 2017 bezuschusst wurden. Die Höhe der bisherigen Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 3.450.000 Euro.