Bernburg l Das Werksgelände von Solvay in Bernburg (Salzlandkreis): Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) steht in einem großen Zelt, hinter ihm auf einem Bildschirm der Aufbau einer Gasturbine. Der Minister hat gute Laune. Er wird gleich auf einen roten Knopf drücken. Neben ihm steht die Geschäftsführerin der internationalen Solvay-Gruppe, Ilham Kadri. Auch sie lächelt.

Am Standort Bernburg investiert die international agierende Chemie-Gruppe rund 48 Millionen Euro in zwei neue Gasturbinen. Name des Projekts: Bernpower. Mehr Leistung und einen höheren Wirkungsgrad haben die Turbinen. Das Gas-Kraftwerk produziert Strom für den Standort, der größere Teil geht ins Außennetz.

400 Mitarbeiter in Salzland-Stadt

Für die Inbetriebnahme der ersten Turbine wurde gestern der Startschuss gegeben. Die zweite Turbine folgt 2020. „Ein deutliches Signal, Solvay glaubt an den Standort“, sagt Willingmann. Für die wirtschaftliche Entwicklung in der Region sei die Investition enorm wichtig. Er sei froh, dass seit der Wiedereingliederung des Werkes in die Solvay-Gruppe bereits 600 Millionen Euro investiert wurden. Heute arbeiten 400 Mitarbeiter in Bernburg, davon mehr als 30 Auszubildende. Solvay ist einer der größten Arbeitgeber weit und breit.

Bilder

In Bernburg produziert werden Soda, Natriumbicarbonat, Wasserstoffperoxid und hochreine Phosphorsäure. Verwendet werden die Produkte zur Herstellung von Glas, Lebensmitteln, Wasch- und Reinigungsmitteln sowie in der Metallverarbeitung. Außerdem in der Pharmazie, der Elektro- und Computerchip-Industrie sowie im Umweltschutz. Bei allen in Bernburg hergestellten Produkten zählt die Gruppe nach eigenen Angaben mit zu den Weltmarktführern.

25.000 Mitarbeiter in 61 Ländern

Die neue Geschäftsführerin Ilham Kadri ist im März 2019 angetreten, um die Solvay-Gruppe nach eigener Aussage „in die Zukunft zu führen“. Die internationale Chemiegruppe mit Sitz in Brüssel beschäftigt an 115 Standorten in 61 Ländern rund 25.000 Mitarbeiter. Eine nachhaltige Entwicklung sei ihr wichtig, sagt Kadri in Bernburg. Deutlich reduzieren möchte sie in Zukunft den CO2-Ausstoß, bis 2025 um eine Million Tonnen. Mit der Modernisierung des Gas-Kraftwerkes werde der Standort auf lange Zeit wettbewerbsfähig sein, verspricht sie.