Düsseldorf (dpa) l Der Verkauf der Supermarktkette Real rückt in greifbare Nähe. Der Real-Mutterkonzern Metro hat sich mit einem Konsortium um den Finanzinvestor SCP und den Immobilieninvestor X-Bricks grundsätzlich über den Verkauf seiner angeschlagenen Supermarkttochter geeinigt, wie er am Dienstagmorgen mittelte. Einzelne offene Punkte würden jedoch noch verhandelt.

„Die Unterzeichnung des Unternehmenskaufvertrages soll in den kommenden Tagen erfolgen“, schrieb Metro-Chef Olaf Koch in einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Real. Nach dem Verkauf soll die Supermarktkette mit 277 Märkten und rund 34 000 Beschäftigen zerschlagen werden. Zwar wollen die Käufer einen „Kern von mindestens 50 Real-Märkten“ für mindestens 24 Monate weiter betreiben, wie Koch schreibt. Der größte Teil der Filialen soll jedoch an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft werden. „Die neuen Betreiber werden verpflichtet, die Real-Mitarbeiter auf der jeweiligen Fläche zu übernehmen“, versprach Koch in seinem Brief.

Einer Reihe von Standorten ohne überzeugende wirtschaftliche Perspektive droht allerdings die Schließung. Die Käufer gingen aber davon aus, „dass die Zahl der zu schließenden Standorte unter 30 liegen wird“, schrieb Koch. Wo es betriebsbedingte Kündigungen geben wird, soll Koch zufolge eine bereits Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Betriebsvereinbarung soziale Härten mildern. Sie sieht nach früheren Angaben des Betriebsrats Abfindungen von maximal 12 bis 14 Monatsgehältern vor. Die Märkte, denen die Schließung droht, waren Dienstag nicht bekannt.

Koch betonte, die Metro habe in den letzten Jahren «unzählige Bemühungen unternommen», um das Geschäftsmodell von Real auf neue Beine zu stellen. Doch sei es nicht gelungen, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Supermarktkette zu verbessern. Real könne deshalb in der heutigen Form nicht fortgeführt werden.

Die Supermarktkette war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen und hatte im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen bei der Metro gesorgt. Die Metro hatte bereits 2018 angekündigt die Supermarktkette abgeben zu wollen, um sich ganz auf das Großhandelsgeschäft mit Gastronomen und kleinen Händlern konzentrieren zu können. Doch erwies sich der Verkaufsprozess als deutlich schwieriger als erwartet.

In Magdeburg und umliegendem Großraum betreibt Real drei Supermärkte. Diese sind im Flora-Park und im Elbe-Park sowie in Staßfurt angesiedelt.