Magdeburg (dpa/sj) l Die Handwerksbetriebe im Norden Sachsen-Anhalts sind wegen der Corona-Krise noch meilenweit von der Normalität entfernt. „Die Betroffenheit der Firmen war und ist enorm“, erklärte der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Hagen Mauer, am Dienstag auf der Vollversammlung der Kammer, die wegen der Abstandsregeln erstmals in einem Hörsaal der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität stattfand. Viele Umsätze seien unwiderruflich verloren gegangen, die weitere Auftragslage sei ungewiss, konstatierte Maurer. Nötig seien mehr private und öffentliche Aufträge. Zudem brauche das Handwerk die weitere Unterstützung von der Politik. Sie müsse die Wirtschaft „pandemiefest“ machen, so Mauer. Nötig seien Wachstumsimpulse. Der Kammerpräsident forderte dazu unter anderem beschleunigte Auftrags- und Genehmigungsverfahren sowie langfristige Entlastungen für das Handwerk bei Steuern und Sozialabgaben.

Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), der als Gast auf der Vollversammlung teilnahm, räumte ein, dass es lange dauern könne, „bis wir wieder das Niveau erreicht haben, das vor der Pandemie bestand“. Er sicherte dem Handwerk weiterhin Unterstützung zu. Ein wichtiger Impuls sei die bereits erfolgte Erhöhung der Wertgrenzen, die die Vergabe öffentlicher Aufträge spürbar erleichtert habe. Zudem arbeite das Land gemeinsam mit dem Bund an weiteren Überbrückungshilfen als Nachfolgeprogramm für die bereits gezahlte Soforthilfe. „Hier denken wir auch an gezielte zusätzliche Unterstützung seitens des Landes.“

Die Handwerkskammer Magdeburg vertritt die Interessen von rund 12 200 Firmen mit etwa 67 500 Beschäftigten im Landesnorden. Der Vollversammlung, dem obersten Entscheidungsorgan der Handwerkskammer, gehören 36 Mitglieder an. Zwei Drittel sind selbständige Handwerker, ein Drittel Arbeitnehmer.