Halle (dpa) l Die Arbeitslosigkeit in Sachsen-Anhalt ist im November auf einen neuen Tiefstand gesunken. Wegen des nahenden Winters fiel der Rückgang aber deutlich geringer aus als in den vergangenen Monaten, wie die Landesarbeitsagentur am Donnerstag mitteilte. Zum ersten Mal waren weniger als 80.000 Menschen ohne Job. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen sank auf 79.924, das waren 222 weniger als im Oktober und 8480 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 7,0 Prozent. Im November 2017 lag die Quote noch bei 7,7 Prozent.

Arbeitgeber meldeten im November rund 4300 neue Stellen. Wie im Vormonat wurden vor allem Beschäftigte in der Produktion, Logistik und Verkehrsbranche sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht. Ein Viertel der neu angebotenen Stellen stammte aus dem Bereich Zeitarbeit. Derzeit haben die Arbeitsagenturen und Jobcenter rund 18.600 offene Stellen im Bestand, etwa 1000 weniger als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt habe sich auch im November robust gezeigt, sagte der Chef der Landesarbeitsagentur, Kay Senius. Für den geringeren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zu den vorangegangenen Spätsommer- und Herbstmonaten machte Senius saisonale Gründe verantwortlich. Vor allem auf dem Bau und bei anderen Berufen im Freien werden im Winter weniger Arbeitskräfte benötigt.

Die Arbeitsagentur geht deshalb davon aus, dass die Zahl der Menschen ohne Job in den kommenden Monaten wieder steigt. "Allerdings beobachten wir, dass Arbeitgeber aufgrund der Arbeitskräfteknappheit immer häufiger auf saisonale Freisetzungen verzichten und die Arbeitskräfte in den Betrieben halten", sagte Senius. Dafür würden zum Beispiel der Abbau von Überstunden oder Betriebsferien genutzt.

Die üblichen saisonalen Schwankungen könnten sich dadurch abschwächen, erklärte Senius. Er geht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt auch im kommenden Jahr positiv entwickelt. Allerdings werde der Abbau der Arbeitslosigkeit weniger schnell vorangehen. "Sowohl der Brexit als auch die drohenden Handelskonflikte mit den USA bergen gewisse Risiken für ein stabiles Beschäftigungswachstum."

Besonders deutlich sank im November die Zahl der Arbeitslosen bei jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Hier gingen die Zahlen um mehr als fünf Prozent zurück. Auch die Langzeitarbeitslosigkeit sank. 29.500 Frauen und Männer waren länger als ein Jahr ohne Job. Noch immer gehört jedoch mehr als ein Drittel der Arbeitslosen zu dieser Gruppe. Rund 57.000 Erwerbslose – von insgesamt 79.900 im November – wurden von den Jobcentern betreut und bezogen Hartz IV.

Auch bundesweit sorgte der Herbstaufschwung für den niedrigsten Stand bei der Arbeitslosigkeit seit Beginn der Zählung durch die Bundesagentur für Arbeit. Im November waren in Deutschland 2,186 Millionen Menschen ohne Job. Die Quote sank um 0,1 Punkte auf 4,8 Prozent, wie die Behörde in Nürnberg mitteilte.