Magdeburg l Die Digitalisierung hält Einzug – Branchen wie die Automobilindustrie verändern sich rasant. Fähige Ingenieure, die diesen Transformationsprozess vorantreiben, müssen Unternehmen allerdings zunehmend mit der Lupe suchen.

Das europäische Unternehmen Akka möchte genau diese Lücke füllen, indem es die Spitzenkräfte von morgen ausbildet. Hand in Hand unter anderem mit den großen deutschen Automobilherstellern und auch Systemzulieferern. Dafür ist am Mittwoch in Magdeburg ein Kompetenzzentrum an den Start gegangen. Im ersten Jahrgang feilen dort zwölf hochqualifizierte Mint-Absolventen zehn Monate lang an Projekten für Kunden und Partner des Unternehmens. 150 Nachwuchs-Ingenieure sollen im kommenden Jahr folgen. Besonders Wert gelegt wird auf Softwareentwicklung und digitale Kompetenzen.

Auf die praktische Arbeit im Magdeburger Exzellenzzentrum wurden die Absolventen, die allesamt aus ostdeutschen Universitäten kommen, seit November in Leipzig in der Akademie des Unternehmens vorbereitet. Unter anderem Physiker, Elektrotechniker und Maschinenbauer erhielten dort vor dem Start in die Praxis eine Initialschulung.

Einer von ihnen ist Philipp Lenz. Der 24-Jährige hat seinen Bachelor in Maschinenbau an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg gemacht, den Master in Fahrzeugtechnik sattelte er in Braunschweig drauf. Als Werkstudent hat er Erfahrungen in der Autobranche gesammelt. Auf Theorie soll jetzt ganz viel Praxis folgen. Für seine Bedürfnisse sei das Trainee-Programm in Magdeburg perfekt, sagt der gebürtige Gardelegener. Das einjährige Ausbildungsprogramm wird vergütet. Bei Akka erhalten die Absolventen von Beginn an unbefristete Arbeitsverträge und haben die Möglichkeit, im Anschluss zu Technologie-Beratern aufzusteigen.

Dass Akka hochqualifizierte Ingenieure in Magdeburg ausbildet – für Jürgen Ude, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, hat das Unternehmen die richtige Standortentscheidung getroffen. Magdeburg sei technologieoffen und biete in der Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität und anderen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer-Institut beste Voraussetzungen.

Magdeburgs Oberbürgermeistere Lutz Trümper (SPD) freute sich, mit Akka „einen internationalen Player“ in der Stadt begrüßen zu dürfen. Die Lage Magdeburg mit kurzen Wegen nach Leipzig, Berlin oder Hannover sei einer der Vorzüge des Standorts.

Vor allem die Nähe zu Kooperationspartnern wie etwa Volkswagen in Wolfsburg sei ein Grund dafür, den Spitzennachwuchs in Magdeburg auszubilden, sagt der Leiter der Akademie, Tino Glatzel. Porsche und BMW produzierten zudem in Leipzig.

Régis Sandrin-Guillon, Akka-Geschäftsführer für Deutschland, sagte, „der Arbeitsmarkt für geeignete Ingenieure ist in unserem Geschäftsmodell und bei unseren Kunden hart umkämpft“. Man wolle bei der Suche nach exzellenten Ingenieuren verstärkt an den Hochulen in den neuen Bundesländern fündig werden. Sandrin-Guillon sieht hier noch großes Potenzial.

Akka ist nach eigenen Angaben der führende europäische Anbieter bei der Ingenieurberatung und bietet Dienstleistungen im Bereich Forschung und Entwicklung für die Mobilitätsindustrie an. Unterstützt werden Industrieunternehmen aus Auto-, Luftfahrt-, Bahn- und Life-Sciences-Branche. Das börsennotierte Unternehmen wurde 1984 gegründet und hat heute 21.000 Mitarbeiter. Der Hauptsitz befindet sich in Brüssel. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.