Leipzig (dpa) l Die Herkunft und der Preis ist den Verbrauchern im Osten wichtig. Regionale Produkte sind den Menschen hierzulande wichtiger als Bio und andere Gütesiegel. Das geht aus der Mitteldeutschen Markenstudie 2018 hervor, die am Donnerstag in Leipzig vorgestellt wurde. MDR-Werbeexperten und das Erfurter Institut für angewandte Marketing und Kommunikationsforschung (IMK) hatten 3000 Verbraucher in Ost und West zu 70 regionalen Marken befragt. Was die Deutschen beim Einkauf von Lebensmitteln eint, ist der Geschmack, gefolgt vom Preis.

"Es gibt gar nicht mehr so viele Unterschiede im Einkaufsverhalten der Deutschen. In Mitteldeutschland entscheidet aber eher noch der etwas dünnere Geldbeutel, welches Produkt im Einkaufswagen landet", sagte der Geschäftsführer des Erfurter Instituts für angewandte Marketing- und Kommunikationsforschung (IMK), Sören Schiller.

Laut Studie schlagen einige der Marken aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sogar den gesamtdeutschen Branchenprimus. Bei Bier und Mineralwasser sind die Käufer ihrer Region besonders treu. Die Biermarke Radeberger aus Sachsen kennen nicht nur 88 Prozent aller Einwohner. Sie schlägt auch beim Einkauf jede Konkurrenz. Der Bautz'ner Senf, das Waschmittel Spee, das Spülmittel Fit, Vita Cola, Rotkäppchen, und die Nussnougatcreme Nudossi sind ebenfalls mehr als drei Viertel der Menschen in der Region bekannt. Allerdings verlieren einige Marken in der Bekanntheit bei jüngeren Zielgruppen.

Die Verbraucher in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen achten der Studie zufolge mehr auf den Preis, die Herkunft und Sonderaktionen. Bundesweit überwiegt der Einkaufstyp der "Bewussten", der unter Beachtung von Saison, Gesundheit und Regionalität einkauft, dafür laut Schiller aber schwerer für etwas Neues zu begeistern ist. In der Region ist der Typ der "Pragmatischen", also der preisbewusste Kunde, auf dem Vormarsch.

Der wichtigste Einkaufstag der Menschen in Deutschland ist der Freitag. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen folgt der Donnerstag vor dem Samstag, im Rest der Republik ist es umgekehrt. "Das ist für die Unternehmen in Mitteldeutschland wichtig zu wissen, weil sie früher mit der Werbung beginnen sollten", sagte Reinhard Hild, Verkaufschef der MDR-Werbung GmbH.