Magdeburg (dpa) l Der einheimische Spargel aus Sachsen-Anhalt lässt sich in diesem Jahr Zeit. Liebhaber der edlen Stangen müssen noch warten. "Hier ist noch nicht viel los", sagte der Vize-Chef der Agrargenossenschaft Hohenseeden, Enrico Naue. Der später Frost habe die Bodenbearbeitung schwierig gemacht.

Spargel ab Mitte April

"Voriges Jahr waren wir um diese Zeit schon fertig mit den Spargelbeeten", sagte der Landwirt. Er rechnet erst für Mitte April mit dem ersten Freilandspargel. Mit einer Anbaufläche von etwa 150 Hektar gehört die Genossenschaft zu den größten Spargelproduzenten in Sachsen-Anhalt.

Weiter südlich gedeihen Stangen beim Agrarunternehmen Hindorf und Söhne in Braunsbedra auf 40 Hektar. "Der Dauerfrost war 40 Zentimeter tief im Boden. Da passiert momentan überhaupt noch nichts", sagte Bäuerin Antje Hindorf. Doch sie gibt die Saison noch nicht verloren. "Der Start verspätet sich wohl, aber in vier Wochen kann alles ganz anders aussehen", betonte sie.

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Beheizte Tunnel für den Spargel

Klaus Heinl gehört zu den wenigen, die der Witterung ein Schnippchen schlagen. Er erntet bereits mit 17 Saisonhelfern. In einer speziellen beheizten Tunnelanlage haben die Spargelpflanzen warme Füße und können jetzt schon wachsen. Seit voriger Woche wird auf 6 Hektar gestochen. Heinl liefert nach Berlin und Hamburg und hat Spargelhütten. Weitere Spargelfelder hat er auf 35 Hektar. "Da sieht es noch trostlos aus", sagt Heinl, der auf insgesamt 400 Hektar Ackerbau betreibt.

Wenig Anbaufläche in Sachsen-Anhalt

2017 wurden laut Statistischem Bundesamt in Deutschland knapp 131.000 Tonnen Spargel geerntet. Die größten Anbaugebiete sind Niedersachsen gefolgt von Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Mit einer Fläche von 600 Hektar und einer Erntemenge von etwa 2600 Tonnen gehört Sachsen-Anhalt zu den eher kleinen Anbaugebieten. Im Durchschnitt verspeist jeder Deutsche laut Statistiker 1,5 Kilogramm Spargel.