Berlin (dpa/os) l Das aus Frankreich stammende Kennzeichnungssystem bezieht neben Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in eine Gesamtbewertung ein und gibt einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis zum roten „E“ für die ungünstigste. Erste Produkte damit sind schon in Läden zu sehen. Das Logo soll die kleinen verpflichtende Nährwerttabellen auf den Packungsrückseiten ergänzen.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner setzt auf eine breite Verwendung des neuen Logos Nutri-Score für Lebensmittel. Die Kennzeichnung biete für Verbraucher leicht verständliche und vergleichbare Informationen und sei eine hilfreiche Orientierung am Supermarktregal, sagte die CDU-Politikerin. „Jetzt müssen Wirtschaft und Handel mitziehen.“ Eine Verordnung, die seit heute gilt, bildet den Rechtsrahmen für eine freiwillige Verwendung des Logos auf der Vorderseite von Fertigprodukten. Klöckner betonte, sie habe die klare Erwartung an die Lebensmittelwirtschaft, das Logo zu nutzen. Die rechtlichen Voraussetzungen seien jetzt da.

Laut Umfrage positive Resonanz bei Kunden

Neun von zehn Verbrauchern in Deutschland finden das neue Nutri-Score-Logo gut, mit dem Kunden gesündere Lebensmittel im Supermarkt leichter erkennen können. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung PwC Deutschland, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Rund 85 Prozent der Befragten sprachen sich sogar dafür aus, die Kennzeichnung mit dem Logo für alle verarbeiteten Lebensmittel und Getränke verpflichtend zu machen.

Der PwC-Handelsexperte Christian Wulff sieht bereits durch die Einführung des Logos auf freiwilliger Basis den Druck auf alle Marktteilnehmer wachsen, sich an dem System zu beteiligen. „Auch wenn die Kennzeichnung nur freiwillig ist, führt für die Lebensmittelhersteller kein Weg am Nutri-Score vorbei.“ Wer Produkte im grünen Logo-Bereich herstelle, werde damit auch werben. „Produkte ohne Nutri-Score werden dann vom Verbraucher automatisch mit einer roten Ampel gleichgesetzt“, prognostizierte Christian Wulff.

Viele Lebensmittelproduzenten wollen sich offensichtlich an der Nährwertampel beteiligen. Bereits Anfang Oktober hätten sich 56 Unternehmen für die neue Kennzeichnung registrieren lassen, informierte in dieser Woche laut „Tagesspiegel“ das Bundeslandwirtschaftsministeriums auf Nachfrage.