Leipzig (dpa) l Die ostdeutsche Auto- und Zuliefererindustrie muss aus Sicht der IG Metall mit verstärkter Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter auf den Elektroauto-Trend reagieren. Der Schwerpunkt der Branche im Osten liege auf der Produktion und dort sei man besonders auf gut qualifizierte Fachkräfte angewiesen, sagte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall für Sachsen und Berlin-Brandenburg. Die Gewerkschaft veranstaltete am Mittwoch in Leipzig einen Automobilkongress, um über die Zukunft des wichtigen Industriezweigs zu diskutieren.

Schon jetzt bilde ein erheblicher Teil der Unternehmen nicht oder zu wenig aus, kritisierte Höbel. Zudem sei Leiharbeit in der Branche im Osten weit verbreitet – und Leiharbeitsfirmen bildeten überhaupt nicht aus. Das sei auf mittlere Sicht nicht zukunftssichernd. In Sachsen, Berlin und Brandenburg arbeiteten insgesamt 120.000 Menschen in der Automobil- und Zuliefererindustrie.

Die Entwicklung hin zur Elektromobilität sei nicht per se Anlass zur Sorge, sagte Höbel. Zum einen werde nicht von einem Tag auf den anderen ein Schalter umgelegt, zum anderen werde auch in den nächsten Jahren ein relevanter Teil der Autos mit Verbrennungsmotor fahren. Dennoch müssten sich die Unternehmen im Osten auf den Wandel einstellen. Der IT-Anteil bei der Arbeit werde zunehmen und mit der Elektrifizierung seien neue Fachkenntnisse im Hochspannungsbereich gefragt.

Die IG Metall will im ersten Halbjahr 2019 in den Betrieben einen sogenannten Transformationsatlas erstellen lassen. So sollen die Arbeitnehmer erfassen, wo die Umbrüche aufgrund der Digitalisierung und der Elektromobilität bereits spürbar sind. Daraus will die Gewerkschaft dann tarifliche und betriebliche Forderungen für die Zukunft ableiten.