Cochstedt/Magdeburg l Das bundeseigene Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) kann den  Flughafen Cochstedt kaufen und dort ein Testzentrum für Drohnen aufbauen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab gestern Gelder frei. Verhandelt wird noch über die Kaufsumme.

Der insolvente Regionalflughafen Cochstedt (Salzlandkreis) hat wieder eine Chance. Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) mit Sitz in Braunschweig hat jetzt Geld, um seine schon länger gehegten Pläne am Flughafen Cochstedt   zu verwirklichen. Die Forscher wollen dort unbemannte Flugkörper – so genannte Drohnen – testen. Zusammen mit Flughäfen in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen soll ein Netz aus Lufttaxis aufgebaut werden.

57 57 Millionen Euro freigegeben

Der Haushaltsausschuss des Bundestags gab dem DLR insgesamt 57 Millionen Euro frei. Ein Ja im Bundestag gilt als sicher. „Mit den Beschlüssen machen wir den Weg frei für fünf neue DLR-Institute sowie für die Übernahme des Regionalflughafens Cochstedt durch das DLR“, sagte Eckhardt Rehberg, haushaltspolitischer Sprecher der Union. Neben Cochstedt sind neue Institute in Hannover, Ulm, in der Region Cottbus und im Rhein-Sieg-Kreis geplant.

Der lange kränkelnde Regionalflughafen südlich von Magdeburg war zunächst in Landesbesitz. 2010 gelang der Verkauf an das dänische Unternehmen Air Development. Ein paar Jahre lang bot Ryanair Urlaubsflüge an. Im Frühjahr 2016 ging der Flughafen insolvent. Das DLR zeigte Interesse. Seit gut zwei Jahren verhandeln Insolvenzverwalter und DLR über den Kaufpreis. Dem Vernehmen nach wollen die Dänen einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Die Betriebserlaubnis gilt noch bis Februar 2019.

Trotz der noch ausstehenden Unterschriften zeigt sich Sachsen-Anhalts Regierung optimistisch, nachdem die Finanzer im Bundestag die Mittel frei gegeben haben. „Das ist ein wesentlicher Schritt“, sagte gestern Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) der Volksstimme. „Sollte es gelingen, die DLR in Cochstedt anzusiedeln, wäre das eine großartige Nachricht für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort“, sagte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD).

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