Magdeburg l Um das Bahnfahren gegenüber den Inlandsflügen und dem Auto attraktiver zu machen, soll die Mehrwertsteuer auf Bahntickets gesenkt werden. Das Unternehmen Flixbus sieht einen Wettbewerbsnachteil und droht mit bundesweiten Streichungen von Haltepunkten. Wie Flixbus-Sprecher Sebastian Meyer gegenüber der Volksstimme erklärte, könnten mögliche Streichungen in Sachsen-Anhalt die Haltepunkte in Zeitz, Köthen und Aschersleben betreffen.

Bundesweit wären von dem Rückzug des Busunternehmens, der voraussichtlich 2021 in Kraft treten würde, rund 30 Prozent des Netzes betroffen. Im Fokus dabei: Haltepunkte im ländlichen Raum. „Im Sinne einer nachhaltigen Verkehrswende müssen alle umweltfreundlichen Verkehrsträger gleichermaßen gefördert werden“, betonte Meyer. Derzeit hat Flixbus rund 400 Haltepunkte in Deutschland. Die geplante Steuersenkung bei Bahntickets sei, so Meyer, eine einseitige und deutliche Bevorteilung eines Wettbewerbers. „Wir wünschen uns, dass auch der Fernbus als wichtiger Verkehrsträger für die Mobilität der Zukunft bei Steuerentlastungen entsprechend berücksichtigt wird.“

Ab Neujahr sollen auf Fernverkehr-Tickets der Bahn wie im Nahverkehr auch nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden, bisher waren es 19 Prozent. Die Bahn hat zugesagt, das als Preisnachlass an die Kunden weiterzugeben. Das soll mehr Bürger dazu bringen, vom Auto oder dem Flugzeug auf die Bahn umzusteigen. Die Steuersenkung ist Teil des Klimaschutzprogramms 2030, an dessen Umsetzung die große Koalition zur Zeit arbeitet.