Osterweddingen l Seit drei Wochen laufen in Osterweddingen (Landkreis Börde) die Erdarbeiten für das neue Brötchenwerk der Edeka-Backwaren-Tochter Schäfers. Auf einer Fläche von rund 14 000 Quadratmetern sollen drei Produktionslinien und ein Tiefkühllager entstehen. Die ersten tiefgekühlten Brötchen sollen im August des kommenden Jahres vom Band rollen. Bis 2022 will Edeka die Produktion auf 400 Millionen Brötchen im Jahr hochfahren. Der Einzelhändler investiert insgesamt 75 Millionen Euro in den Neubau. Das Land fördert die Ansiedlung mit rund zehn Millionen Euro aus dem Topf der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Der Fördermittelantrag sei bereits 2014 genehmigt worden, bestätigte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Deutschlandweit ist der Markt für Tiefkühlbackwaren in Bewegung. Zuletzt hatte der Schweizer Aryzta-Konzern das Aus für den Großbäcker Fricopan in der Altmark verkündet. Der Backwaren-Hersteller begründete seinen Rückzug mit der schwierigen Infrastruktur. Zudem gebe es einen Investitionsbedarf von mehr als zehn Millionen Euro. Daraufhin war in Sachsen-Anhalt eine Debatte um die Ausrichtung der Wirtschaftsförderung entbrannt. Denn Aryzta hatte erst 2015 ein neues Werk in Eisleben gebaut. Das Land hatte fünf Millionen Euro dazugeschossen.

Nun fördert das Land erneut den Bau einer Großbäckerei. „Das ist eine langfristige Investition. Die Fördermittel des Landes waren nicht der Hauptgrund für die Entscheidung“, sagte Schäfers-Geschäftsführer Marius Lissai. Auch in Westdeutschland würden bestimmte Gebiete entsprechend gefördert. Für Osterweddingen habe die Lage mitten in Deutschland gesprochen. Ein weiteres Schäfers-Werk besteht zudem in direkter Nachbarschaft zu dem geplanten Neubau. Dort stellen 52 Mitarbeiter seit 2014 Croissants und Berliner her.

Produktion wird verlagert

Nach der Fertigstellung bündelt Schäfers die Brötchen-Produktion am Standort Osterweddingen. Im Werk in Teutschenthal (Saalekreis) fallen rund 40 Arbeitsplätze weg. In der Fabrik in Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen) gehen etwa 230 Jobs verloren. Allen Mitarbeitern sollen im Konzern neue Arbeitsplätze angeboten werden, sagte Lissai.